1

Die EU solle ruhig ihre Landwirtschaft unterstützen, aber dabei den internationalen Handel nicht stören. Dies erklärte Gus Schumacher, Staatssekretär vom US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium, vergangene Woche auf der Oxford-Farming-Conference. Mit ihrem Wunsch, auch Exporterstattungen als Mittel der Einkommenspolitik beizubehalten, stünde die EU allein auf weiter Flur. Inzwischen fühlten sich auch viele Entwicklungsländer durch die Erstattungen der EU gestört. Scharf wies Schumacher Rechnungen der EU zurück, nach denen pro Farm in den USA doppelt so viel Agrarsubventionen gezahlt würden, wie in der Union. Nach OECD-Daten von 1996 bis 1998 habe der Staat einen Anteil von 17 Prozent am Betriebseinkommen in den USA. In der EU seien es mit 39 Prozent doppelt so viel. Pro Fläche würden in der EU sogar zehn Mal so viel Subventionen wie in den USA gezahlt. Die jährlichen Hilfspakete der amerikanischen Agrarpolitik seien notwendig, da man im fair act zu wenig auf mögliche Preisschwankungen und witterungsbedingte Ernteeinbußen geachtet habe. Um Familienbetrieben das Überleben zu sichern, müssten hier die Sicherungssysteme ausgebaut werden. Die bewilligten Hilfspakete enthielten aber keine Erstattungen und seien mit den Regeln der WTO zu vereinbaren. Schließlich verlangte Schumacher rasche Verhandlungen über einen weiteren Subventionsabbau, so wie es am Ende der Uruguay-Runde des Gatts ausgemacht worden war. Ansonsten verliere das internationale Handelssystem an Glaubwürdigkeit.Mö
stats