Bioethanol

Gute Klimabilanz verringert Absatz


Die deutsche Bioethanolwirtschaft zieht nach dem ersten Halbjahr 2015 eine gemischte Bilanz. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei die Produktion um 5,2 Prozent auf 370.000 t gestiegen, teilte der Bundesverband der Deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) mit. Gestiegen sei auch die Treibhausgasvermeidung gegenüber fossilen Brennstoffen. Nach Berechnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vermeide zertifiziert nachhaltiges Bioethanol aktuell 62 Prozent Treibhausgase. Im 1. Quartal 2014 wurde erst eine Treibhausgasvermeidung von 57 Prozent ermittelt.

Quote zur Treibhausgaseinsparung früher anheben

Die bessere Klimabilanz hat sich nach Ansicht des Verbandes negativ auf den Absatz ausgewirkt. „Der um 3,7 Prozent gesunkene Verbrauch von Bioethanol im 1. Halbjahr 2015 deutet darauf hin, dass die Einführung der Treibhausgasvermeidungsquoten nicht wie geplant zu einer höheren Treibhausgaseinsparung geführt hat“, stellt Dietrich Klein, Geschäftsführer des BDBe, fest. Stattdessen werde die hohe Treibhausgaseinsparung von deutschem Bioethanol dazu genutzt, die tatsächliche Beimischung zu reduzieren und wieder mehr fossiles Benzin in Verkehr zu bringen. „Damit wird der Klimaschutz im Straßenverkehr konterkariert“, kritisiert Klein. Der Verband fordert deshalb, die erst ab dem Jahr 2017 vorgesehene Anhebung der Pflicht zur Treibhausgasvermeidung für die Mineralölwirtschaft von derzeit 3,5 auf 4 Prozent auf den Jahresbeginn 2016 vorzuziehen.

Deutlich mehr Zuckerrüben verarbeitet

Zur Bioethanolproduktion wurden im ersten Halbjahr 132.000 t Zuckerrüben (+21,1 Prozent), 234.721 t Getreide (-2,3 Prozent) und 4.154 t (+31,7 Prozent) sonstige Stoffe wie Rückstände der Lebensmittelindustrie verarbeitet. (SB)
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