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Die Körnermaisernte kommt in Deutschland nur zögernd in Gang. Die Flächenerträge sind zufriedenstellend. In Süddeutschland werden auch Silomaisbestände als Körnermais gedroschen, ergab eine Umfrage der Agrarzeitung Ernährungsdienst. Die Maiserzeuger in Nord- und Ostdeutschland können bei günstiger Abreifewitterung in diesem Jahr mit einer guten Körnermaisernte rechnen. Die Preise in der Erzeugerstufe haben sich in den zurückliegenden Tagen leicht ermäßigt und liegen auf den ostdeutschen Großbetrieben zwischen 235 und 242,50 €/t frei nächstgelegener Erfassungsstufe.

Im Südoldenburger Raum und in Westfalen hat die Maisernte bisher noch nicht eingesetzt. Am Niederrhein wird erst ab der nächsten Woche mit dem Erntebeginn auf sehr frühen Flächen gerechnet. Die Ertragserwartungen sind dort mit 100 bis 110 dt/ha gut bis durchschnittlich, lassen aber keine Spitzenernte erwarten. Am Oberrhein und im Südwesten sind etwa 10 Prozent der Körnermaisflächen gedroschen. Es wird mit einer großen Maisernte gerechnet.

In Süddeutschland hat die Körnermaisernte regional in kleinstem Umfang begonnen. Sie wurde zuletzt aber immer wieder durch gebietliche Niederschläge unterbrochen. Erste spärliche Partien wurden mit Feuchtigkeitsgehalten zwischen 28 und 35 Prozent in den großen Anbaugebieten Niederbayerns eingebracht. Landwirte und Erfassungshändler haben ursprünglich mit einem zeitigeren Erntebeginn gerechnet. "Wir fürchten in spätestens zwei bis drei Wochen einen Ansturm auf unsere Trocknungskapazitäten, die gegenwärtig noch völlig unausgelastet sind", sagte der Geschäftsführer eines niederbayerischen Lagerhauses. Marktbeobachter erwarten, dass größere Mengen, die zunächst für Silomais vorgesehen waren, diesmal als Körnermais geerntet werden. "Die Biogasanlagen sind nicht mehr ganz so gierig wie im Vorjahr", kommentiert ein Händler aus Südbayern. (Ps/St/HH)

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