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In diesem Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2,83 Mio. t Roggen geerntet, nach 3,76 Mio. t im Jahr 2004. Mit etwa 1,24 Mio. t Brotroggen kann der Bedarf der deutschen Mühlen gedeckt werden, heißt es im Bericht der „Besonderen Ernteermittlung“ (BEE) der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL), Detmold. Der Rückgang der Erntemenge ist laut BEE vor allem auf eine um 11,2 Prozent geringere Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Auch der um 22,8 Prozent niedrigere Hektarertrag habe das Ernteergebnis negativ beeinflusst. Dem deutschen Mühlengewerbe könnten die benötigten Roggenqualitäten durch die Landwirtschaft zwar noch „in hinlänglicher Menge“ angeboten werden. Jedoch seien seitens der Mühlen erhöhte Anstrengungen beim Rohstoffeinkauf erforderlich.

Für die Beurteilung der Verarbeitungseigenschaften des Roggens aus der Ernte 2005 haben die Detmolder Wissenschaftler weiterhin die ehemaligen Interventionskriterien als Maßstab angelegt. Auf der Basis des Interventionskriteriums Fallzahl erfüllen ungewichtet nur 55 Prozent der deutschen Roggenernte die Mindestvoraussetzungen von 120 Sekunden, jeweils ermittelt am Korn. Werden die Erntemengen an Roggen in den einzelnen Bundesländern berücksichtigt und gewichtet, haben lediglich noch 42 Prozent des Roggens Brotgetreidequalität. Die Ergebnisse der BEE verdeutlichen insgesamt, dass die 2005 eingebrachte Roggenernte ein sehr uneinheitliches Qualitätsniveau ausweist. (ED)

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