Die 1.018 Betriebe erwirtschafteten mit rund 18.700 Mitarbeitern in der Summe einen Gewinn von 273,3 Mio. € vor Steuern, der um 58,7 Mio. € (+27,4 Prozent) über dem Vorjahreswert lag. Positiv wirkten sich insbesondere die gestiegenen Erträge bei Energiegenossenschaften und gewerblichen Genossenschaften im IT-Bereich aus. Der Gesamtumsatz nahm wegen der Preisentwicklung auf den Agrarmärkten leicht um 108,1 Mio. € (0,9 Prozent) auf 11,9 Mrd. € ab.

„Genossenschaften bereichern die bayerische Wirtschaft“, sagte GVB-Präsident Jürgen Gros bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Die Waren- und Dienstleistungsunternehmen seien in 35 Wirtschaftszweigen aktiv und repräsentierten damit eine „breite unternehmerische Vielfalt“. Er wies jedoch auf anstehende Veränderungen in einzelnen Branchen hin, die sich auf die Mitgliederbasis des GVB auswirken werden. So werden sich in der Milchwirtschaft Liefergenossenschaften zu größeren Einheiten zusammenschließen. Dieser Trend zeigt sich auch bei Trocknungsgenossenschaften, die Grünfutter produzieren. Gros machte jedoch deutlich, dass Marktveränderungen auch Chancen bieten: Zum Beispiel erschließe die wachsende Nachfrage nach regionalen und gentechnikfreien Lebensmitteln neue Absatzpotenziale für Genossenschaften, die Milchprodukte, Fleisch, Gemüse oder Wein herstellen.

Den Stellenwert der genossenschaftlichen Organisation für den Agrarsektor hob der GVB-Präsident besonders hervor. „Genossenschaften und Landwirtschaft sind seit jeher eng verbunden“, sagte Gros. So seien 60 Prozent der bayerischen Milchbauern Mitglied einer Genossenschaft. Zudem werde ein Viertel der im Freistaat vermarkteten Getreideernte an 155 Standorten des bayerischen Raiffeisen-Warengeschäfts erfasst. Gros wies darüber hinaus auf die starke Stellung der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreditgeschäft mit der Landwirtschaft hin. Ihren Marktanteil haben die Institute in den vergangenen zehn Jahren um sieben Prozent auf 64 Prozent ausgebaut. „Die Genossenschaftsbanken sind der wichtigste Finanzierungspartner der Landwirte im Freistaat“, so Gros. (HH)
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