Agrarhandel

HaGe spürt angespannte Lage


Weniger Umsatz als im Vorjahr weist die HaGe für 2015 aus.
-- , Foto: da
Weniger Umsatz als im Vorjahr weist die HaGe für 2015 aus.

Einen schlechten Start erwischte die HaGe zum Jahresanfang 2015. Das Landhandelsunternehmen gesteht vor der Hauptversammlungn am Mittwoch in Kiel Fehler ein. Die Kapazitätsgrenze sei an den Seehäfen überschritten worden, wodurch wegen hoher Überliegefristen der Schiffe hohe Logistikkosten entstanden seien. Diese führten zu niedrigen Roherträgen und einem Rückgang des Jahresüberschusses von 11,3 auf 8,4 Mio. € im Geschäftsjahr 2015.

Insgesamt konnte die HaGe im Exportboomjahr 2015 die Absatazmenge von Getreide und Ölsaaten um 3 Prozent auf 5,3 Mio. t. steigern. Dagegen trübten die niedrigen Preise für Milch und Fleisch das Ergebnis der Sparte Futter. Die Wetterextreme im Jahr 2015 führten zusätzlich zu Mengenrückgängen bei Pflanzenschutz- und Düngemitteln der Tochtergesellschaft BSL.

Prozessabläufe durchleuchten

Um künftig Fehleinschätzungen zu vermeiden und Kosten zu sparen, hat die HaGe für jede Unternehmenssparte ein Lean-Management gestartet. Prozessabläufe werden durchleuchtet und effizienter gestaltet.

Der Vorstand der HaGe unterrichtete in Kiel zur Hauptversammlung die Aktionäre über die Fördermitgliedschaft im Forum Moderne Landwirtschaft. Im Gespräch mit agrarzeitung.de betonten die beiden Vorstandsmitglieder Markus Grimm und Henrik Madsen ihren Willen, gemeinsam mit der Branche in den Dialog mit den Kritikern der Landwirtschaft zu treten. "Wir müssen es in der Branche trotz aller Zwistigkeiten schaffen, gemeinsam gegenüber der öffentlichen Kritik an der Landwirtschaft, mit Argumenten zu überzeugen. Sonst schaffen wir es nicht", sagte Grimm gegenüber agrarzeitung.de.

Eigenkapitalquote erhöht

Die HaGe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 2,55 Mrd. €, vor einem Jahr waren es noch 2,66 Mrd. €. Das Ebit verschlechterte sich von 18,8 auf 11,4 Mio. €. Dafür konnte die HaGe ihre Eigenkapitalquote auf 45 Prozent steigern und ist mit 250 Mio. € auf mögliche Firmeneinkäufe gut ausgestattet. Die Aktionäre müssen dafür auf eine Dividende für 2015 verzichten. (da)

Das ausführliche Interview mit dem HaGe-Vorstand lesen sie in der aktuellen Ausgabe der agrarzeitung (az) an diesem Freitag.
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