Das Angebot an moderner Agrartechnik ist groß. Neuanschaffungen sollten sich für die Betriebe rechnen.
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Das Angebot an moderner Agrartechnik ist groß. Neuanschaffungen sollten sich für die Betriebe rechnen.

Neue Technik und Geräte werden von Agrarbetrieben regelmäßig angeschafft. Ob der Austausch der alten Maschine, die Neuanschaffung aufgrund des Betriebswachstums oder der Einstieg in Smart Farming – die Entscheidung zwischen verschiedenen Marken, Größen und Ausstattungsvarianten will wohlüberlegt sein. Ebenso sorgfältig ist auch die Finanzierung vorzubereiten, idealerweise im Rahmen eines gesamtbetrieblichen Investitions- und Finanzierungsplans.

Häufig belasten gerade Investitionen in landwirtschaftliche Technik die Liquidität stark, wenn sie mit optimistisch kurzen Laufzeiten finanziert oder etwa zulasten der Liquiditätsreserve aus Eigenmitteln bezahlt wurden. Die nachhaltige Kapitaldienstfähigkeit aus dem operativen Brutto-Cashflow und der Aufbau einer Barreserve müssen bei der Wahl der Finanzierung berücksichtigt werden. Unterschreitet die Finanzierungsdauer die angestrebte Nutzungsdauer des Investitionsgutes, beansprucht dies neben der Liquidität auch die Bilanzkennziffern und die Ratingnote.

Neben der Wahl des Finanzierungspartners bedarf es auch einer Entscheidung, mit welchem Finanzierungsprodukt die Investition begleitet werden soll: Darlehen, Leasing, Mietkauf – die Möglichkeiten sind vielfältig. Leasing eignet sich vor allem in Fällen, in denen die Nutzung des Objektes im Fokus steht und ein Höchstmaß an Flexibilität gewährleistet werden soll. So lässt sich beispielsweise durch einen Restwert die Liquidität während der Laufzeit schonen, um von der Werthaltigkeit des Objekts am Laufzeitende zu partizipieren. Zudem stehen am Laufzeitende meist mehrere Optionen für den Kunden zur Verfügung. Um spätere Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam, sich vor Vertragsunterzeichnung genau über alle Chancen und Risiken am Vertragsende beraten zu lassen.

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Sollen Mittel aus Investitionsförderprogrammen in die Finanzierung eingebunden werden, kommen ausschließlich Mietkauf- und Darlehensverträge in Betracht, da die Objektbilanzierung meistens Voraussetzung für die Mittelinanspruchnahme ist. Hier empfiehlt sich eine individuelle Prüfung. Auch kommen Darlehens- und Mietkaufverträge insbesondere dann infrage, wenn die Eigentumsverschaffung von vornherein geplant ist. Im Vergleich zum Darlehen bietet Mietkauf grundsätzlich einen größeren Spielraum zur Ausgestaltung des Ratenverlaufs, ist jedoch bei sonst gleichen Bedingungen teurer. Neben der Finanzierung durch die Hausbank bieten die Technikhersteller mit eigenen Finanzierungsgesellschaften ebenfalls Finanzierungslösungen für Landtechnik an. Angebot, Prüfung und Abschluss erfolgen meist durch den Händler am Point of Sale.

Für beide Varianten ergeben sich im Hinblick auf Neumaschinen Vor- und Nachteile (siehe Übersicht). Generell sollte die Entscheidung über eine Maschineninvestition – wie jede größere Investitionsentscheidung – wohlüberlegt sein. Den größtmöglichen Spielraum erhält der Kunde stets, wenn er alle Vertragsarten und Finanzierungsmöglichkeiten auf Basis seiner Bedürfnisse miteinander vergleicht.

Erik Hellmund und Albrecht Schünemann,
Deutsche Kreditbank (DKB), Berlin
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