Ausfallbilanz

Hagel richtet starke Schäden an

Kaum ist ein Unwetter abgezogen und das sommerliche Wetter zurückgekehrt, steht das nächste Gewitter bereits am Himmel. So sieht die Lage derzeit deutschlandweit aus. Am Wochenende sind laut Angaben der Vereinigten Hagel Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern durch die Unwetter schwer geschädigt worden. Rund 22.000 ha Ackerflächen seien allein am 30. Juli auf einer Linie von Waren an der Müritz über Rosenow, Altentreptow, Anklam und Usedom bis an die polnische Grenze betroffen gewesen. Auch auf der Insel Rügen wurden einzelne Betriebe durch die Ausläufer des Unwetters in Mitleidenschaft gezogen, so der Bericht.

Stärkste Schäden im Raps

Sieht es bei den Schäden im Weizen noch vergleichsweise moderat aus, berichtet Bezirksdirektor Dr. Derk Westphal in den anderen Kulturen von schweren Schäden: "Im Mais haben wir vielfach ganze Pflanzen, die abgebrochen sind. Viel schlimmer sieht es aber im Raps aus. Hier haben wir bisher Schadenquoten von 50 Prozent bis hin zu Totalschäden verzeichnen müssen." Gerade unmittelbar vor der Ernte ist der Raps besonders anfällig, auch schon bei geringen Hagelschlägen kann es zu großen Schäden kommen. 

Für die Vereinigte Hagel sind aktuell 20 Sachverständigenkommissionen im Nordosten im Einsatz, um die Flächen zu begutachten. "Das Wetter ist mittlerweile wieder so, dass die Druscharbeiten weiter gehen. Wir versuchen, die Schäden so zügig zu regulieren, dass die Mähdrescher fahren können," berichtet Westphal weiter. Er rechnet allein für seine Bezirksdirektion mit einem Schadenvolumen von rund 10 Mio. €.

Auch andernorts tobte der Hagel. Weitere 14.000 ha Ackerfläche wurden am Wochenende auf einem Streifen nördlich der Schwäbischen Alb bis Niederbayern verwüstet. So zählt die Versicherung für Ende Juli rund 36.000 ha neue Schäden.

Weitere Unwetter in Sicht

Wie das Büro der Bezirksdirektion in Stuttgart mitteilte, gingen am Montag nahezu minütlich weitere Schadenmeldungen ein. Auch in der Nacht zu Dienstag hatten wieder Unwetter über den Anbaugebieten getobt. Der Wetterbericht für Süddeutschland, aber auch für die Mitte Deutschlands, prognostiziert nach Hitze auch für den weiteren Verlauf der Woche wieder schwere Unwetter. (mrs)
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