Der Höhepunkt der EHEC-Infektionen ist offenbar noch nicht erreicht. Nach Schweden Großbritannien und Polen sind nun auch in Frankreich Erkrankungen aufgetreten. Das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung bekräftigen ebenso wie Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ihre Empfehlung, vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren.

Zahlreiche Bauern im In- und Ausland klagen über Absatz-Einbußen. Der Gartenbauverband Nord (GVN) spricht von rund 160 direkt betroffenen Betrieben. „Bei vielen geht es an die Substanz, manche sind bereits in ihrer Existenz gefährdet, da jetzt die Vermarktungssaison ist", sagte der Geschäftsführer des GVN, Paul Helle, gegenüber der agrarzeitung. Der Handel würde die Positionen zu 100 Prozent stornieren. Das Risiko verbleibe beim Landwirt. Über die Höhe des Schadens will sich Helle zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern. Ein Rundruf des GVN unter den Salat, Gurken und Tomaten anbauenden Landwirten habe allerdings ergeben, dass von den dort Beschäftigten bisher niemand erkrankt sei, teilt Helle mit.

Wissenschaftler und Ärzte suchen weiterhin nach der Herkunft des EHEC-Erregers. Es sei noch nicht gesichert, dass der Erreger aus Spanien stamme, sagte der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, am heutigen Montag im ZDF-„Morgenmagazin". Derweil treffen sich Gesundheitsexperten und zuständige Minister, darunter auch Landwirtschaftsministerin Aigner, heute in Berlin zu einem "Informationsgespräch". 
 
In Deutschland starben inzwischen mehr als zehn Menschen an dem aggressiven EHEC-Bakterium. Die Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) meldet einen ersten vorsichtigen Erfolg mit einer Antikörper-Therapie. (kbo)
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