Handlungsbedarf beim Getreide


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Die Getreideüberschüsse in der EU sind ohne Eingriffe in die Marktordnung nicht zu bewältigen. Die EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel bereitete auf dem Kongress des Verbandes des Europäischen Getreidehandels Coceral in Budapest die Getreidehändler auf mögliche Reformschritte vor. Anpassungen am Interventionssystem könnten noch vor 2008 vorgenommen werden, wie die Agrarzeitung Ernährungsdienst heute berichtet. Unabhängig von der Höhe der Ernte sei in der EU-25 in den kommenden Jahren mit Getreideüberschüssen zu rechnen. In Zeiten, in denen man in der europäischen Landwirtschaft schon glaubte, Angebotsüberhänge im Griff zu haben, wüchsen die Getreideberge wieder. Und zwar mit einem alarmierenden Tempo, betonte die EU-Agrarkommissarin am Donnerstag in Budapest. Fischer Boel wollte den Händlern auf dem Coceral-Kongress noch nicht verraten, wie sie das Problem angehen wolle, sie verwies aber auf seine Dringlichkeit. "Der Getreidesektor ist möglicherweise schon vor der geplanten Überprüfung der GAP im Jahr 2008 dran", verkündete die Kommissarin. Sie möchte den Transfer von Getreide aus den osteuropäischen Überschussgebieten in die Defizitregionen oder zu Hafenstandorten erleichtern. (Mö)
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