Health Check: Ostdeutschland fürchtet weitere Kürzungen


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Die stärkere Kürzung der Direktzahlungen für Großbetriebe stößt in Ostdeutschland auf Unverständnis. "Erstmals werden Landwirtschaftsbetriebe wegen ihrer Größe ungleich und damit ungerecht behandelt", wertete Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern heute den Teilbeschluss der EU-Agrarminster im Health Check. Er sieht darin einen Paradigmenwechsel, der weiteren Kürzungen für große Betriebe künftig die Tür öffne. "Damit werden den Strukturen Gelder entzogen, die in Europa am ehesten weltmarktfähig sind", so Backhaus. Die zusätzliche Kürzung der Direktzahlungen für Großbetriebe ab 300.000 € Prämienvolumen soll nach dem heutigen Entschluss der EU-Agrarminister 4 Prozent betragen. In der Spitze bedeutet dies für die Betriebe 14 Prozent weniger Direktzahlungen im Jahr 2012 als heute. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 400 Betriebe, in Brandenburg 370, in Sachsen-Anhalt 340 und in Sachsen und Thüringen je 300 Betriebe davon betroffen.

„Ich werde mich dafür einsetzen, dass die verlorenen Mittel aus den Direktzahlungen den Landwirten für andere Maßnahmen wieder zukommen“, reagierte Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer. Thüringens Agrarminister Volker Sklenar betonte, er wolle mit der Umverteilung der Finanzmittel die richtigen Akzente im ländlichen Raum setzen. Besonderer Unterstützung bedürften die Milchvieh haltenden Betriebe. Brandenburgs Landwirtschaftsminister Dietmar Woidke legte in seinem Kommentar Wert darauf, dass sich ostdeutsche und westdeutsche Bauern nach dem EU-Beschluss nicht gegeneinander ausspielen ließen. (sta)

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