Der asiatische Marienkäfer breitet sich auch in Getreidebeständen aus.
-- , Foto: JKI
Der asiatische Marienkäfer breitet sich auch in Getreidebeständen aus.

Bei einer Temperaturerwärmung, wie sie durch den Klimawandel zu erwarten ist, steigt die Zahl der Blattläuse. Darum wollten Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI), Kleinmachnow, wissen, wie deren Fressfeinde, die Marienkäfer, mit steigenden Temperaturen zurechtkommen.

„Wir konnten feststellen, dass unser heimischer Siebenpunkt-Marienkäfer unter erhöhten Temperaturen mehr frisst als unter derzeit normalen Temperaturbedingungen. Er nimmt mehr an Körpermasse zu und bildet höhere Fettkörpergehalte. Der Asiatische Marienkäfer hingegen frisst zwar auch mehr, aber sowohl Körpergewicht als auch Fettkörpergehalte stagnieren bei ihm“, berichtet Dr. Sandra Krengel, Nachwuchswissenschaftlerin am JKI.

Mit ihren Ergebnissen entschärft Krengel Vermutungen, dass der ohnehin argwöhnisch beobachtete Asiate mehr Vorteile aus dem Klimawandel zieht. Die bislang stets gemessene höhere Gefräßigkeit des Asiatischen Marienkäfers konnten die JKI-Wissenschaftler in ihren Versuchen mit Getreideblattlaus nicht bestätigen. Der Käfer war in den 1980er Jahren nach Europa gebracht worden und ist unter anderem wegen seiner Vermehrungsfreudigkeit inzwischen in ganz Deutschland verbreitet.

„Das Temperaturoptimum der Großen Getreideblattlaus liegt bei etwa 22 Grad Celsius und das beider Marienkäferarten noch etwas darüber, etwa zwischen 23 und 25 Grad Celsius“, erklärt Prof. Dr. Bernd Freier. Laut dem Insektenkundler vom JKI gilt der Asiate als konkurrenzstark und als aggressiv gegenüber anderen Artgenossen. Dass er sich als Blattlausvertilger in deutschen Weizenfeldern etabliert, hält er angesichts von Erkenntnissen aus anderen Ländern für sehr wahrscheinlich. (brs)
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