Sachsen

Herbe Verluste in der Milchwirtschaft


Der sächische Bauernverband (SLB) schlägt Alarm. Seit nunmehr 15 Monaten erzielen Landwirte für Milch, Fleisch und Eier keine kostendeckenden Erlöse. Erzeugerpreise von 26 Cent je Liter Milch sowie 1,25 € je Kilogramm Schweinefleisch stürzen Betriebe in eine der schwersten Krise seit der Wiedervereinigung. In den vergangenen zwölf Monaten betrug der Verlust in der sächsischen Milchproduktion 160 Mio. €. Weitere 30 Mio. € verloren die sächsischen Schweinehalter. Dies teilte der Sächsische Bauernverband nach seiner Klausurtagung in Limbach-Oberfrohna gegenüber der Presse mit. 

Massiver Abbau von Eigenkapital

Mit Sorge beobachtet der Verband die weitere Entwicklung. Die Landwirtschaft sei direkt von den kürzlich verlängerten Sanktionen der EU-Kommission gegenüber Russland betroffen. Das daraus resultierende Russland-Embargo beim Handel mit Lebensmitteln beschere der deutschen Landwirtschaft einen jährlichen Schaden in Höhe von 1 Mrd. €. Die Liquiditätslage der Tiere haltenden Betriebe bedrohe mittlerweile deren weitere Existenz. Die stark negative Entwicklung der Unternehmensergebnisse führe nicht nur zu einer deutlich höheren Fremdkapitalaufnahme, sondern auch zu einem massiven Abbau von Eigenkapital. "Zunehmend erhalten außerlandwirtschaftliche Kapitalgeber Zutritt zur Landwirtschaft und entziehen uns die Bodenständigkeit. Zahlreiche bäuerliche Existenzen und Arbeitsplätze in unseren Landwirtschaftsbetrieben stehen auf dem Spiel", stellt der SLB fest.

Lebensmittelgipfel ohne Ergebnis

Der Bauernverband in Dresden macht vor allem den Preiskampf der Lebensmittelhändler für die Misere der niedrigen Erzeugerpreise verantwortlich. Enttäuscht äußerte sich Wolfgang Vogel, Präsident des Bauernverbandes, über die Ergebnisse des Lebensmittelgipfels unter Leitung von Bundesagrarminister Christian Schmidt am 3. Dezember. Die erhoffte Unterstützung einer Exportoffensive bliebe bisher aus.

Aktionen geplant

Nach einem Beschluss der Klausurtagung in Limbach-Oberfrohna plant der Landesverband Ende des Monats Aktionen, in denen Landwirte zu Wort kommen sollen. Dabei gebe es kein Tabu. Auch nicht für Demonstrationen in Sachsen. Die Zeit des Hinhaltens und der ungerechten Verteilung der Wertschöpfung müsse ein Ende haben, heißt es in der Abschlusserklärung. (da)
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