Herbizidresistenz ohne Gentechnik


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Heute will das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen Cibus Genetics, San Diego, eine Technologie vorstellen, mit der die Pflanzen veränderte Eigenschaften ohne Gentransfer entwickeln. Die gewünschten "Traits" wie zum Beispiel Herbizidresistenz werden durch einen pflanzeneigenen Prozess eingebaut. Wie die britische Financial Times in ihrer heutigen Ausgabe weiter berichtet, arbeitet ein 20-köpfiges Wissenschaftlerteam seit etwa sechs Jahren an der Technologie, die als "Rapid Trait Development System" (RTDS) für das Unternehmen patentiert ist.

Erste kommerzielle Umsetzungen sind für die Getreideart Sorghum angekündigt. Im kommenden Jahr sollen herbizidresistenter Sommerraps (Canola) und ab 2008 Reis folgen. Das Unternehmen ist laut Financial Times zum einen am europäischen Markt interessiert, wo die Verbraucher skeptisch gegenüber transgenen Pflanzen sind. In den USA könnte eine ernstzunehmende Konkurrenz für den Monsanto-Konzern entstehen, schreibt die britische Wirtschaftszeitung weiter. Zurzeit hat der globale Markt für pflanzenbaulich interessante Traits wie Herbizid- oder Krankheitsresistenz ein Volumen von 6,15 Mrd. US-$, schätzt das Marktforschungsunternehmen Cropnosis in Edinburgh. Angebaut werden gentechnisch veränderte Pflanzen auf fast 90 Mio. ha. Mehr als 90 Prozent der Traits stammen von Monsanto. (db)

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