Herkunftsangaben unter EU-Agrarministern umstritten


Der Verbraucher soll über die Herkunft der Milch informiert werden. Für verpflichtende Angaben machen sich Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Österreich stark. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos präsentierte am Montag in Brüssel den EU-Agrarministern seinen Vorschlag. Zur Qualitätssicherung möchte er einen Rahmen für die verpflichtende Kennzeichnung der Agrarrohstoffe in Verarbeitungsprodukten schaffen. Bisher haben die Hersteller von Milchprodukten die freie Wahl, ob sie die regionale Herkunft bei der Vermarktung herausstellen oder verschweigen.

Gegen neue Kennzeichnungsregeln sprachen sich im Agrarministerrat die Niederlande, Schweden und Dänemark aus. Sie argumentierten mit den zusätzlichen Kosten durch zu detaillierte Angaben. Das habe keinen Mehrwert für den Verbraucher, betonte der dänische Landwirtschaftsminister Henrik Hoegh. Stattdessen könne der Handel auf dem gemeinsamen Binnenmarkt durch verpflichtende Herkunftsangaben gestört werden, warnten vor allem EU-Mitgliedstaaten, die eine starke Position als Nettoexportländer für Lebensmittel aufweisen. (Mö)   
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