Hessen setzt auf Windenergie


In Hessen soll die Verwendung von Biomasse zur Energieerzeugung steigen, allerdings vorrangig durch den Einsatz von Reststoffen. Auf dem Acker hat Nahrung Priorität. Das Bundesland Hessen will erneuerbare Energien ausbauen. Bei einem Energiegipfel in der vergangenen Woche ist - in weitgehender Übereinstimmung zwischen rot-gelber Landesregierung und Opposition - als Ziel gesetzt worden, bis zum Jahr 2050 im Bundesland „möglichst" ausschließlich Strom und Wärme zu verwenden, die aus erneuerbaren Energien stammen. Verbindlich sind diese Vorgaben nicht.

Den größten Beitrag zur Versorgung mit erneuerbaren Energien soll in Hessen die Windkraft leisten. Heute hat sie nur geringe Bedeutung. Für Strom und Wärme aus Biomasse ist vereinbart worden, bis zum Jahr 2050 eine Verdoppelung der heutigen Erzeugung anzustreben. Dazu soll zunächst die Effizienz vorhandener Anlagen gesteigert werden, etwa durch bessere Wärmekonzepte für Biogasanlagen. Außerdem sollen mehr biogene Reststoffe und Abfälle in Energie umgewandelt werden. Ausdrücklich fordern die Teilnehmer des Energiegipfels, auf fruchtbarem Ackerland der „bedarfsgerechten Nahrungsmittelerzeugung" Vorrang vor Energiepflanzen einzuräumen.

Zurzeit hat Hessen nach den Zahlen der Landesregierung einen Endenergieverbrauch von 40 Terrawattstunden (TWh) Strom und 90 TWh Wärme. Im Jahr 2050 sollen mehr als 50 TWh Strom und Wärme aus in Hessen gewonnenen erneuerbaren Energien stammen. Das wäre etwa zehnmal so viel wie heute, aber bei weitem nicht ausreichend, um den Bedarf in Hessen mit seinen bedeutenden Industriestandorten zu decken. Deswegen bleiben Energieimporte an der Tagesordnung. (db)
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