Vogelgrippe

Hessen verhängt Stallpflicht

Ab in den Stall
Geflügelhaltern müssen ihre Tiere vorsorglich im Stall lassen. Betroffen sind Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse, die in Gefangenschaft aufgezogen oder gehalten werden.
Seit gut einer Woche geht die Angst um: Im Norden und Süden Deutschlands ist verstärkt der hochpathogene Erreger der klassischen Geflügelpest (H5N8 HPAI) aufgetreten - besser bekannt auch als Vogelgrippe. Nachgewiesen wurde das Virus in erster Linie bei Wildvögeln, allerdings sind vereinzelt auch Bestände von Nutztiergeflügel, darunter ein großer Betrieb in Schleswig Holstein betroffen.

Meldung beim Veterinäramt
Wer tote Wildvögel findet, sollte das dem zuständigen Veterinäramt des Landkreises oder der kreisfreien Stadt melden, damit die Tiere eingesammelt, an das Hessische Landeslabor verbracht und dort auf das Virus untersucht werden können. Vogelkadaver nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Hunde sind von den Tierkörpern nach Möglichkeit fernzuhalten.

Wassernähe ist Risikogebiet

In Hessen ist bisher kein Fall von H5N8 aufgetreten. Das Land hat aber vorsorglich beschlossen, mit sofortiger Wirkung Freilandgeflügel in Risikogebieten aufzustallen. Darunter sind insbesondere gewässernahe Gebiete zu verstehen, da bisher vornehmlich Wasservögel betroffen sind.

Auch der Nationale Krisenstab für Tierseuchen hat eine risikobezogene und bundesweite Aufstallung von Geflügel empfohlen. Somit werden alle gewerblichen oder privaten Tierhalter in einem Abstand von 500 Metern um die definierten Risikogebiete spätestens ab dem 21.11.2016 und bis auf weiteres angewiesen, ihr Geflügel in Ställen unterzubringen.

Restriktionsgebiete
Konkret hat das Land Hessen Gebiete längs des Rheins incl. Biedensand, Kühkopf und Mainmündung, längs des Mains und Brutgebiete in der Wetterau als Restriktionsgebiete erklärt. Auch die Heuchelheimer und Niederweimarer Seen, der Verlauf der Werra bei Obersuhl, die Fuldaauen bei Kassel sowie das Gebiet der Edersee-Sperre zählen dazu.

Ausnahmen möglich

Die Veterinärämter der Kreise und kreisfreien Städte sind zuständig für die Kontrolle und Einhaltung dieser Anordnung. Ihnen obliegt es auch, Ausnahmen in den Fällen zu erlauben. Etwa dann, wenn eine Aufstallung nicht oder nur unter erheblichen Nachteilen für die betroffenen Tiere möglich wäre.

Weitere Hinweise und Hintergründe gibt es online beim hessischen Umweltministerium. (mrs)
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