Die Eiweißinititative im Rahmen des hessischen Öko-Aktionsplans soll die Unabhängigkeit von Sojaimporten fördern. Der Gesamteiweißbedarf der hessischen Viehhaltung beläuft sich auf gut 270.000 t Protein. Unter Anrechnung des im Grundfutter und im Getreide der Futterrationen enthaltenen Proteingehaltes verbleibt jedoch ein Ergänzungsbedarf von knapp 55.000 t. Das bedeutet, etwa 20 Prozent des Gesamtproteinbedarfs der hessischen Tierhaltungen muss mit Ergänzungsfuttermitteln abgedeckt werden. „Das Potenzial in Hessen, diese Importe zu ersetzen, ist da, es muss nur genutzt werden“, so die Ministerin. „Gleichzeitig stärkt dies die Wertschöpfung in der Region.“

Alternativen zu Soja-Importen

Viele Verbraucher erwarten bei der Erzeugung ihrer Lebensmittel einen gentechnikfreien Prozess. Aus den Haupterzeugungsregionen für Soja, in Nord- und Südamerika, ist jedoch fast nur noch gentechnisch veränderte Ware erhältlich. Auf Versuchsfeldern des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) sollen verschiedene Anbauversuche mit Körnerleguminosen durchgeführt werden, um wirtschaftlich sinnvolle Alternativen zu finden. 80 Prozent des für Hessen kalkulierten Ergänzungsbedarfs an zugekauften Proteinen könnte beispielsweise über das bei der Rapsölgewinnung anfallende Rapsextraktionsschrot gedeckt werden.

Um die Ziele zu erreichen, will Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) den Anbau heimischer Eiweißpflanzen in Hessen ausweiten. Die hessische Eiweißinitiative plant verschiedene Fachveranstaltungen und Feldtage, ebenfalls soll es Publikationen und Vorträge zu der Thematik der Eiweißalternativen in der Tierfütterung geben. Mit gutem Beispiel voran geht der Eichhof in Bad Hersfeld, das Landwirtschaftszentrum des LLH: Die Eiweiß-Anteile der Kraftfutterrationen werden auf sojafreie Eiweiß-Komponenten umgestellt. (az)
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