Jedes Jahr verderben weltweit mehr als 1,3 Mrd. t Lebensmittel oder gehen verloren. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung Bain & Company könnte die Beseitigung von sämtlichen Hemmnissen weltweit ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von knapp 5 Prozent bewirken.

Durch Abschaffung von Zöllen könnte man nur ein Sechstel dieser Summe generieren. In Südostasien würde eine nahtlos funktionierende Lieferkette ein Wachstumsplus von 8 Prozent, in Afrika sogar von 12 Prozent ermöglichen.
Die Studie “Enabling Trade: From Valuation to Action” der internationalen Managementberatung Bain & Company ist in Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum entstanden.

Produzierte, aber nicht verzehrte, Lebensmittel verbrauchen nahezu 30 Prozent der weltweiten Agrarflächen. In Europa und Nordamerika fallen die Lebensmittelverluste zu 40 Prozent nach dem Kauf in den Haushalten an. In Afrika hingegen entstehen 94 Prozent der Verluste zwischen Ernte und Distribution.

Die Liste der Handelshindernisse sei lang, heißt es. Beim Grenzübergang nach Russland etwa wird nahezu jeder Transporter genau gewogen. Kleinste Abweichungen beim Gewicht führen zu Verzögerungen. Sind beispielsweise Paletten in Westeuropa nass abgegangen und beim Eintreffen in Russland wieder getrocknet, müssen sie neu gewogen werden. Eine Grenzabfertigung zwischen Ruanda und der Republik Kongo dauert ähnlich lange wie eine Transportstrecke von 1.600 Kilometern.
 

Optimierte Lieferketten könnten helfen

Höhere Effizienz in der  Lebensmittelproduktion ist der Schlüsselfaktor, um Armut und Hunger zu bekämpfen. Bislang konzentrieren sich fast alle Bemühungen der Branche darauf, die Lebensmittelproduktion zu erhöhen. Doch die nächste Herausforderung werde sein, Verschwendung zu bekämpfen, schreiben die Berater.

“Verbessertes Management der Lieferketten ist ein effektives Werkzeug zur nachhaltigen Versorgung der Welt mit Nahrungsmitteln”, sagt Walter Sinn, Deutschlandchef von Bain & Company. “Unternehmen haben gute Chancen, bessere Beziehungen zu Landwirten und Verbrauchern zu schaffen und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeits- und Wachstumsziele zu erreichen.” (hed)
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