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Die Bundesregierung hat am Sonntag in Berlin eine nationale Flusskonferenz veranstaltet, auf der sich die beteiligten Bundesressorts Wirtschaft, Verkehr, Umweltschutz sowie Verbraucherschutz und Landwirtschaft auf ein 5-Punkte-Programm verständigten. Dieses sieht
- ein gemeinsames Hochwasserschutzprogramm von Bund und Ländern,
- länderübergreifende Aktionspläne sowie internationale Fachkonferenzen,
- eine Stärkung der europäischen Zusammenarbeit,
- die Überprüfung des Flussausbaues und Entwicklung einer umweltfreundlichen Schifffahrt
- sowie Sofortmaßnahmen zum Hochwasserschutz vor.

In 2004 soll ein Bericht über die Umsetzung der mit diesem Programm eingeleiteten Maßnahmen vorgelegt werden. Zu der im ersten Punkt enthaltenen Vorgaben, den Flüssen mehr Raum zu geben und Hochwasser dezentral zurückzuhalten, äußerte sich als Sprecher des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bonn, Vizepräsident Frank Rentsch auf der Konferenz. Wenn die Schaffung neuer Hochwasser-Polder notwendig werde, dürfe dies nur in Abstimmmung mit den landwirtschaftlichen Betrieben und dem Berufsstand erfolgen. Die Anlage von Hochwasserrückhaltebecken werde von den Landwirten mitgetragen, wenn eine weitestgehend normale landwirtschaftliche Nutzung der Flächen als Acker oder Grünland möglich bleibe und die Schadensregulierung im Falle der Flutung finanziell abgesichert sei. Eine Wiedervernässung der Auenbereiche aus Naturschutzgründen, die eine wirtschaftliche Nutzung der Flächen durch die Landwirtschaft verhindere, sollte allerdings nicht unter dem Deckmantel des Hochwasserschutzes durchgesetzt werden. (GH)
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