Höhere Milchpreise im Herbst erwartet


Der Anstieg der Getreide- und Rapspreise verteuert das Futter. Zusätzlich belasten schwache Milchpreise die Erlöse.

Die steigenden Kosten vor allem für Düngemittel, Saatgut und Energie machen den Landwirten in Sachsen zu schaffen. Besonders Schweinemäster und Milcherzeuger seien durch hohe Futtermittelkosten extrem belastet, erklärte am Montag Wolfgang Vogel, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, in Bautzen.

Die Preisentwicklung beispielsweise bei Raps beobachte er genau. An den Börsen marschierten die Kurse mit 495,50 €/t in Richtung 500-Euro-Marke. Gleichzeitig verteure sich Rapsschrot, für das Landwirte 280 €/t bezahlen müssten. Mit einem Grundpreis von 27,5 Cent/Liter Milch könnten die Erzeuger nicht kostendeckend arbeiten, so der sächsische Bauernpräsident. Vielmehr seien 30 bis 31 Cent/Liter erforderlich.

Noch bis zum Herbst dürfte seiner Ansicht nach das schwache Niveau anhalten. Für das 3. und 4. Quartal sieht er wieder eine Aufwärtsentwicklung. Auch Schweinefleisch sei mit 1,68 €/kg unterbewertet. Hier hält Vogel 1,70 bis 1,80 €/t für erforderlich.

Der sächsische Agrarminister Frank Kupfer hält den aktuellen Grundpreis für Milch ebenfalls für zu niedrig. Gerade im Freistaat Sachsen dominierten die Milchviehbetriebe. Als keine gute Entwicklung bezeichnete der Minister die rückläufigen Tierzahlen, die der Agrarbericht für das Jahr 2011 ausweist. Hält diese Entwicklung an, seien Arbeitsplätze in diesem Produktionszweig gefährdet.

Kritisch äußerte sich Vogel in Bautzen auch über die Aktivitäten der Bundesregierung, den Anbau von Eiweißpflanzen zu forcieren. „Wenn Landwirte beispielsweise Erbsen anbauen, müssten auch Handel und Mischfutterhersteller angemessene Preise dafür bezahlen“, forderte Vogel.

Zudem würden sich Tierernährer vorsichtig zum Erbseneiweiß äußern. Hier sei mehr Geld für die Forschung angesagt, um beispielsweise neue Eiweißmuster entwickeln zu können. (da)
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