1

Das höhere Preisniveau für Agrarprodukte ermöglicht den Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft zu steigern. Hatten Agrarökonomen jahrelang Landwirten geraten, den Faktor Arbeit zu reduzieren, so empfehlen sie nun, die Arbeitsintensität im Ackerbau anzuheben. „Die Extensivierung des Arbeitseinsatzes muss überdacht werden“, sagte Prof. Folkhard Isermeyer, Agrarökonom vom Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) (ehemals FAL), Braunschweig, in dieser Woche vor Journalisten. Eine größere Sorgfalt im Ackerbau, sei es in der Bestandesführung oder der Produktionstechnik, zahle sich aus, da die Arbeitskosten weniger stark gestiegen seien als die Produktpreise.

Bei der Forderung nach einem intensiveren Pflanzenbau müsse hingegen genau gerechnet werden. „Wenn Produktpreise und Produktionsmittel gleichermaßen steigen, verschiebt sich der Punkt der optimalen Intensität nicht“, sagte Isermeyer. Insbesondere bei der Stickstoffdüngung lohne ein Mehreinsatz meist nicht. Da die Preise für Pflanzenschutzmittel weniger stark gestiegen seien als die Getreidepreise sei es sinnvoll, den Einsatz hochzufahren und die Erträge zu sichern. Für Landwirte, die bisher schon eine betriebswirtschaftlich optimale Intensität im Ackerbau praktiziert hätten, änderten die gestiegenen Agrarpreise nichts. Allerdings hätten Landwirte, die bisher mit einem geringen Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutz gewirtschaftet hätten, einen höheren Anreiz, die Intensität zu erhöhen. (sta)

stats