Das Bundesagrarministerium hat die verpflichtende Alterssicherung der Landwirte untersuchen lassen. Ein Gutachten des Thünen-Instituts belegt positive Auswirkungen auf die Agrarstruktur.

Aufgrund vereinzelter Diskussionen, ob die Hofabgabe und ihr Nutzen für die Landwirtschaft noch zeitgemäß seien, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) beim Thünen-Institut in Braunschweig ein Gutachten in Auftrag gegeben. Staatssekretär Peter Bleser kommt jetzt zu dem Schluss, dass die in der Alterssicherung der Landwirte vorgesehene Verpflichtung zur Hofabgabe durchaus positive Auswirkungen auf die Agrarstruktur habe.

"Die Hofabgabeverpflichtung verbindet Sozial- und Agrarstrukturpolitik. Folglich weist Deutschland im europäischen Vergleich eine sehr günstige Altersstruktur bei den Betriebsleitern auf, was sich wiederum positiv auf die Investitions- und Innovationsbereitschaft in unserer Landwirtschaft auswirkt", sagte Bleser laut einer Mitteilung des Ministeriums.

Das Thünen-Institut untersuchte im Auftrag des Ministeriums mögliche Folgen einer Abschaffung der verpflichtenden Hofabgabe. Im Kern bestätige das Gutachten die Auffassung der Bundesregierung, dass die Hofabgabeverpflichtung nach wie vor positive agrarstrukturelle Effekte habe.

Allerdings zeige das Gutachten auch auf, wie vielfältig und individuell unterschiedlich Hofabgabe- und Aufgabeentscheidungen motiviert seien. Die Wissenschaftler empfehlen die Einführung einer Rente mit Abschlag für Landwirte, die mit Ausnahme der Hofabgabe alle weiteren Voraussetzungen für den Rentenbezug erfüllen. „Ihr zentraler Vorteil bestünde darin, die Rigidität des Hofabgabeerfordernisses zu mildern, ohne dabei die agrarstrukturelle Zielsetzung aufgeben zu müssen“, so Dr. Peter Mehl in der Einleitung der Studie. (hed)
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