Rübenanbauer

Hoffnung auf gute Ernte und hohe Preise

Für die bevorstehende Rübenernte erwartet der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) einen durchschnittlichen Zuckerertrag von 13 bis 14 t/ha im Verbandsgebiet. Dieser werde damit höher als im Vorjahr ausfallen und auch über dem fünfjährigen Ertragsmittel liegen, teilt der DNZ mit. Die Anbaufläche wurde in 2016 wieder leicht ausgedehnt und beläuft sich auf knapp 120.000 ha. Nach aktueller Einschätzung wird die Zuckererzeugung etwas höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Ein kleiner Teil der Rübenernte werde zu Bioethanol verarbeitet und an Biogasanlagen geliefert. Die sechs Zuckerfabriken im Verbandsgebiet wollen die Verarbeitung zwischen dem 13. und 20. September aufnehmen und voraussichtlich Anfang bis Mitte Januar abschließen.

Weltmarktpreise ziehen an

Auf dem Zuckermarkt habe sich die Lage wieder entspannt, stellt der DNZ fest. Nach der EU-Preisberichterstattung lag der Abgabepreis für Weißzucker im Juni 2016 bei 436 €/t. Experten rechnen für die kommenden Monate mit einem weiteren Preisanstieg. Erfreulich stelle sich auch die Situation auf dem Weltmarkt dar. Hier notiert die Weißzuckerbörse in London für die aktuellen Terminkontrakte sogar im Bereich von 480 €/t.

EU-Kommission soll für fairen Wettbewerb sorgen

Damit der Zuckermarkt auch künftig funktioniert, müsse die Politik für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen, fordert der Verband. Die gekoppelten Zahlungen für den Rübenanbau in zehn EU-Mitgliedstaaten müssten abgeschafft werden. Auch auf dem globalen Zuckermarkt müsse sich die EU-Kommission künftig für die Belange von Rübenanbauern und Zuckerunternehmen stark machen. „Länder wie Brasilien, Indien und Thailand fördern massiv den Anbau von Zuckerrohr. Dagegen wird die EU zu einem der am wenigsten regulierten Zuckermärkte weltweit. Ohne faire Spielregeln innerhalb und außerhalb der EU stehen wir im internationalen Wettbewerb vor sehr großen Herausforderungen“, mahnte der Verbandsvorsitzende Helmut Bleckwenn. Einen weiteren Zugang von Drittländern zum EU-Zuckermarkt im Rahmen von Freihandelsabkommen dürfe es deshalb nicht geben. (SB)
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