Lebensmittelpreise erreichen derzeit in Deutschland Höchststände. Die schwachen Getreidequalitäten der Ernte 2010 wirken nach. Ernteausfälle, schlechte Qualitäten sowie ungünstige Ernteprognosen beeinflussen derzeit die Getreidepreise. Vor allem Mühlenbetriebe in Deutschland haben in diesem Jahr Schwierigkeiten, qualitativ gutes Getreide einzukaufen. Mit überregionalen Käufen und in speziellen Verarbeitungsprozessen erreichen sie, dass Mahlerzeugnisse die Anforderungen an die Qualität erfüllen. „Mehl ist zurzeit deutlich mehr wert als es kostet", erklärte vor Kurzem Harald L. Schedl von der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners während der  Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM) in Krefeld. Der höhere Aufwand für die Mühlen habe seinen Preis, führte Schedl aus. 

Ein weiterer Faktor für Preissteigerungen bei Weizen sei die Konkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energieerzeugung. „Der VDM unterstützt deshalb die Bioenergiegewinnung aus Reststoffen, nicht aber aus Brotgetreide", betonte Manfred Weizbauer, Hauptgeschäftsführer des VDM. Der Verband vertritt rund 550 deutsche Mühlen, die rund 8 Mio. t Weizen und Roggen vermahlen. Der Jahresumsatz der deutschen Mühlen beträgt rund 2,4 Mrd. €. (az)
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