Die Kosten bei der Milcherzeugung steigen überproportional. Auswinterungenschäden gibt es auch beim Grünland. „Preissteigerungen teilweise bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr für Energie, Saatgut, Düngemittel oder Futter verschlechtern unsere Erlös- und Einkommenssituation", stellte Bernhard Groß am Rande der Brandenburger Landwirtschaftsmesse Brala in Paren fest. Groß, der Milchbauer im brandenburgischen Ranzig ist, beklagte auch die Folgen des harten Frostes im März, die zu heftigen Auswinterungsschäden auf den Acker- und Grünlandflächen führten. So befürchtet Groß auf den sandigen Brandenburger Böden mit ohnehin knappem Pflanzenwuchs zum ersten Grasschnitt eine knappe, angespannte Futterversorgung der Kühe.

Wenn in den kommenden Wochen in einigen Regionen nicht ausreichend Niederschläge fallen würden, würde sich die Grundfuttersituation verschärfen und damit die Futterkosten in die Höhe schnellen, befürchtet der Deutsche Bauernverband (DBV). Durch das derzeitige Niederschlagdefizit wachse das Grünland regional nur unzureichend. Mit den Auswinterungsschäden auf vielen Getreideflächen würden die Futterkosten anziehen und sich die Energie- und Eiweißversorgung über Getreide und Raps verknappen. Auf Grund dieser Entwicklung im Grundfutter- und Kraftfutterbereich geht der DBV von einer zurückgehenden Milchproduktion in der zweiten Jahreshälfte 2012 aus. (az)
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