Hohe Schulden belasten Nordzucker


Die Aufregung um den zweitgrößten Zuckerkonzern Nordzucker AG, Braunschweig, gehen weiter. Hohe Kosten für den Kauf der Danisco-Zuckersparte drücken auf das Ergebnis. Im aktuellen Neunmonatsbericht von März bis November 2009 erhöhte sich der Umsatz von Nordzucker auf 1,38 Mrd., € gegenüber 878 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Darin ist die nach der Übernahme von Dansico neu gegründete Tochtergesellschaft Nordic Sugar konsolidiert. Trotz des Zuwachses sank jedoch das operative Ergebnis (Ebit) um 19 auf 55 Mio. €. Besonders die höhere Nettoverschuldung um mehr als 250 Mio. € auf 566 Mio. € trifft das Unternehmen hart. Die Zinsaufwendungen stiegen von 23 auf 53 Mio. €. Diese Bilanzzahlen sind der Grund für die sofortige Entlassung des Vorstandsvorsitzenden Hans-Gerd Birlenberg in dieser Woche gewesen. Birlenberg hatte gegenüber dem Aufsichtsrat die Zahlen zu optimistisch dargestellt. Vielmehr stehen Nordzucker höhere Zinskonditionen ins Haus. 

Auch in den osteuropäischen Engagements kriselt es. In Ungarn wurde mittlerweile die Zuckerproduktion von Nordzucker eingestellt. Nach eingehender Analyse hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, die Tochtergesellschaft Sunoko Group mit zwei Zuckerfabriken in Serbien zu verkaufen.  Diese Aktivitäten werden auch das Gesamtjahr 2009/10 (März/Februar) belasten, heißt es im jüngsten Quartalsbericht. Das Jahresergebnis wird deutlich niedriger ausfallen, nach einem Jahresüberschuss von 44  Mio. € im Vorjahr. Dem neuen Vorstandsvorsitzenden Hartwig Fuchs, der am 1. Februar Birlenberg  nachfolgt, stehen schwere Aufgaben bevor. (da) 
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