Report Saatgut Wintergetreide

Hohe Siebabgänge bei Weizen

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Die Ernte von Wintergerste abgeschlossen. Vermehrer berichten von „sehr guten“ Erträgen und „guten“ Hektolitergewichten im Westen. Dies gilt allerdings nicht für andere Regionen im Bundesgebiet. Sowohl Erntefortschritt als auch Erträge und Qualitäten schwanken regional sehr stark, sagt Martin Courbier, Geschäftsführer Bundesverband der VO-Firmen (BVO). Im Gegensatz zum Westen fällt der Gerstenertrag in Ost- und Norddeutschland nur mittelmäßig aus. Weiter gen Süden sieht es wieder besser aus. Unterm Strich konnte die Gerstenernte von Vermehrungen bundesweit mit durchschnittlichen Erträgen und guten Qualitäten abgeschlossen werden, so Courbier.

Beim Arbeitsfortschritt in der Ernte von Getreidearten wie Weizen, Roggen und Triticale liegt der Westen vorne. Für Triticale sind im Westen und Osten durchschnittliche Erträge bei stark schwankenden Hektolitergewichten zu erwarten. Bei den Weizenvermehrungen ist bislang noch unklar, wie Ertrag und Qualitäten im Bundesgebiet ausfallen. Erste Ergebnisse der Weizenernte im Westen zeichnen ein abwechslungsreiches Bild. Es reicht von sehr hohen Siebabgängen bei deutlich unterdurchschnittlichen Erträgen bis hin zu einer passableren Ausbeute ohne Qualitätsprobleme. Im Osten gibt es kaum Qualitätsprobleme. Im Norden und Süden wurde bisher kaum Weizen von den Vermehrungsflächen geerntet. Ostdeutsche Landwirte konnten Roggen mit durchschnittlichen Erträgen mit guten Qualitäten von den Feldern holen. Erste Ergebnisse der Rapsernte im Westen wiesen bislang große Ertrags- und Qualitätsprobleme auf, bei niedrigen Ölgehalten um die 40 Prozent. In anderen Gebieten stehen die Ergebnisse von den Vermehrungsflächen noch aus.

Die Vermehrungsfläche für Getreidesaatgut der wichtigsten Kulturarten beträgt laut registrierten Anmeldungen bei den Saatgutanerkennungsstellen der Länder in diesem Jahr rund 96500 ha. Die Fläche steigt gegenüber dem Vorjahr um rund 4 Prozent. Sowohl der Anbau von Winterweizen, -gerste, -roggen als auch Wintertriticale wurde ausgedehnt. Lediglich die Vermehrung von Spelzweizen ist eingeschränkt worden. Sie geht gegenüber dem Vorjahr um 13,6 Prozent zurück. Die Weizenvermehrung steigt um rund 1,7 Prozent, die Roggen- und Triticalevermehrung um jeweils 6 und knapp 7 Prozent sowie die Gerstenvermehrung um 8 Prozent (siehe Übersicht). Dieser Trend sei absehbar gewesen, schätzt Courbier die Lage ein. In den vergangenen Jahren 2015 und 2016 sei die Fläche nämlich reduziert worden. Betrachtet man die Qualitätsstufen bei Weizen, legt die Vermehrung von A-Weizen am stärksten zu. Sie weist ein Plus von 6 Prozent auf. Ebenfalls nimmt die E-Weizenvermehrung um 3,5 Prozent zu, während die B-Weizenvermehrung leicht abnimmt (-1 Prozent). Am stärksten nimmt die Vermehrungsfläche C-Weizen ab. Der Flächenverlust beträgt rund 7 Prozent. (has)

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