Der langstrohige Emmer neigt dazu umzukippen.
-- , Foto: Universität Hohenheim, Oskar Eyb
Der langstrohige Emmer neigt dazu umzukippen.

Sie besetzen nur eine Nische, die aber kontinuierlich wächst: Alte Getreidearten bedienen den Trend nach gesundheitsfördernden, regional erzeugten Lebensmitteln und eröffnen Landwirten, Mühlen und kleinen Bäckereien alternative Marktsegmente. Doch Anbau und Verarbeitung stellen Bauern und Bäcker auch vor Herausforderungen. Heute treffen sich Experten und Praktiker zum Fachtag auf den Versuchsflächen der Universität Hohenheim, um sich über Chancen und mögliche Probleme der alten Getreidearten zu informieren. Zu der Veranstaltung haben die Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim und der Landesinnungsverband für das württembergische Bäckerhandwerk eingeladen.

Bedarf schwer zu kalkulieren

Dinkel und Emmer werden momentan im Vergleich zum Weizen nur in kleiner Menge angebaut. Auch auf Terminbörsen oder in anderen Ländern sind sie nicht zu kaufen. „Die Handelsmenge hängt also direkt von der heimischen Produktion ab“, erläutert Dr. Friedrich Longin von der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim. Der Bedarf steige zwar stetig, sei aber schwer zu kalkulieren. Einige Mühlen haben sich auf die Verarbeitung der alten Getreidearten spezialisiert.

Anbau erfordert Geschick

Beim Anbau von Einkorn, Emmer und Dinkel sind einige Besonderheiten zu beachten. Im Dinkel sei es der Landessaatzuchtanstalt gelungen, standfeste Sorten wie Divimar, Zollernspelz, Badenstern und Filderstolz zu züchten, erläutert Dr. Longin. Doch bei Einkorn und Emmer gebe es bisher nur langstrohige Sorten, die leicht umkippen, was man in den Versuchsfeldern auch deutlich ansehe. Die Züchter arbeiten gerade intensiv daran, die Standfestigkeit dieser Getreidearten zu verbessern. (az)
stats