Raps-Monitoring

Hoher Virusbefall in Deutschland

Ist die Rapspflanze mit dem Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) infiziert, den die Grüne Pfirsichblattlaus überträgt, kann dies den Landwirt viel Ertrag kosten. Die Ergebnisse des Virusmonitoring der Firma Limagrain bestätigen einen hohen Virusbefall in Deutschland. Im Frühjahr 2017 wurden auf mehr als 600 Betrieben deutschlandweit Blattproben gesammelt. Das Julius Kühn-Institut in Quedlinburg analysierten diese. „In vielen Regionen sind hundertprozent der untersuchten Pflanzen mit der Krankheit infiziert“, sagt Dr. Antje Habekuß, Julius Kühn-Institut.

Auch im Jahr 2016 wurde TuYV bundesweit nachgewiesen. „Besonders hoch war der Befall in anfälligen Sorten“, erklärte die Masterstudentin Stephanie Fischer auf einer Fachtagung von Limagrain. In ihrer Auswertung der verschiedenen Standorte zeigt sich erneut ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. In Nord- und Ostdeutschland bleiben lediglich Marschregionen an der Nordsee, Mittelgebirgslagen wie Harz, Erzgebirge und Thüringer Wald und kalte Lagen verschont. Im Süden sind weniger Pflanzen befallen, mit Ausnahme von wärmeren Regionen wie dem Rheintal und Rottal.

In diesem Jahr wurde die Zahl der Standorte stark ausgeweitet, um ein detaillierteres Bild zu bekommen. Die Ergebnisse zeigen nun auch einen höheren Befall im Süden Deutschlands. Da es kaum Lösungen im Bereich Pflanzenschutz gibt, lohnt sich der Anbau resistenter Sorten.

Befallene Pflanzen sind im Wuchs schwächer, bilden weniger Hauptzweige aus und zeigen eine geringere Kornzahl in den Hülsen. In Versuchen wurden Ertragsverluste von bis zu 30 Prozent festgestellt. Vor allem in den Hauptanbauregionen im Norden, Osten und Westen Deutschlands tritt das Virus seit einigen Jahren auf. Nachweisen lässt es sich mit einem Elisa-Test. (has)



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