Hoher Zuckerpreis belastet Süßwarenindustrie

Preissteigerungen für Rohstoffe bereiten der deutschen Süßwarenindustrie Sorgen. Sie fordert ein Ende der Zuckermarktordnung. Die Hersteller von Süßwaren, Knabberartikeln und Eiskrem stöhnen unter den hohen Preisen für Weizen, Zucker, Pflanzenöl und Fett. Hinzu kommen Ölpreise, die im Februar 2012 ein neues Allzeithoch erreichten. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) sieht auf die kleinen und mittelständischen Mitgliedsbetriebe eine Ertragserosion zukommen, die existenzbedrohende Auswirkungen haben könnte. Der Verband bezeichnet es als "paradoxe Situation", dass trotz einer Rekordernte von Zuckerrüben, Zucker für die Lebensmittelindustrie in der EU knapp sei. Dies habe die Marktordnung und das Quotensystem für Zucker in der EU zu verantworten. Der Verband drängt deshalb darauf, dass die EU-Kommission ihre Reformpläne zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) umsetzt und das Quotensystem für Zucker im Jahr 2015 abschafft.
 
Nach Berechnungen des Branchenverbandes dürften die Zucker-Lagerbestände in der EU zum Ende des Jahres erneut auf einem niedrigen Niveau liegen. Dies werde den Zuckerpreis weiter anfeuern. EU-Kommission werde aufgefordert, kurzfristig Nicht-Quotenzucker in Quotenzucker umzuwandeln sowie zusätzliche Einfuhrkontingente zum Nullzollsatz freizugeben. Damit wäre der Anreiz geschaffen, mehr Zucker in die EU zu importieren. Derzeit liegen die Endbestände bei rund 1,9 Mio. t Zucker. Sie müssten jedoch mindestens 3,5 Mio. t Zucker betragen, dies entspricht 20 Prozent des Jahresbedarfs von Zucker in der EU. (da) 
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