Hongkong: Ärmste Länder im Fokus

1

Die EU findet bei den WTO-Verhandlungen nur mühsam aus der Defensive. Zu Beginn der Ministerkonferenz in Hongkong wurde Europa lautstark von den großen Agrarexporteuren der Welt auf die Anklagebank gesetzt. "Wenn die EU ihr Angebot für den besseren Zugang von landwirtschaftlichen Erzeugnissen nicht verbessert, ist die Ministerkonferenz zum Scheitern verurteilt", hieß es einhellig von Seiten der USA und Brasiliens am Montag auf verschiedenen Pressekonferenzen in Hongkong.

Im Verhandlungssaal sah es für die EU dagegen nicht ganz so trübe aus. Hier stand heute das angestrebte Entwicklungspaket an erster Stelle der Tagesordnung. Japan erklärte sich bereit, genau wie die EU, den 32 ärmsten Ländern der Welt freien Marktzutritt zu gewähren, mit der Ausnahme von Reisimporten. Auch die USA zeigten sich bereit, sich der von der EU geprägten Entwicklungsinitiative anzuschließen. Von Europa wird etwas Druck genommen, wenn Zugeständnisse der US-Amerikaner bei Baumwolle verhandelt werden. Doch im Laufe der Woche stehen auf der WTO-Ministerkonferenz ganz unausweichlich auch die Agrarsubventionen der Industrieländer auf der Tagesordnung und dann dürfte es noch einmal eng für die EU werden. (Mö)

stats