IGC bestätigt reichliche Getreideversorgung

Rekordzahlen bestimmen den globalen Getreidemarkt. Die Ernte- und Verbrauchsmengen sind hoch wie nie. Die Daten helfen allerdings zurzeit wenig, um die Richtung der Märkte zu prognostizieren. Der Internationale Getreiderat (IGC) hat am Donnerstag bestätigt, was die Analysten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA bereits vor einer Woche festgestellt haben: Getreide gibt es 2011/12 reichlich. Vor einer Woche hatten die USDA-Zahlen kurzfristig einen Preisrutsch ausgelöst. Ein  sicherer Trend lässt sich daraus allerdings ebenso wenig ableiten wie aus den neuen Schätzungen des IGC. Niemand kann zuverlässig voraussagen, in welchem Maße Trockenheit die Ernte in Südamerika schmälert.

Der IGC beziffert jetzt die globale Weizenerzeugung auf 690 Mio. t, das USDA hatte vor einer Woche 692 Mio. t genannt. Beide Institutionen gehen davon aus, dass der Verbrauch 2011/12 etwa 10 Mio. t darunter liegen wird, sodass Bestände wachsen können. Für Mais gehen die Bewertungen etwas auseinander. Der IGC rechnet damit, dass 2011/12 die globale Erzeugung von 861 Mio. t den Verbrauch nicht decken kann und die Bestände schrumpfen. Das USDA hatte dagegen vor einer Woche eine höhere Erzeugung von 868 Mio. t genannt, die exakt dem globalen Bedarf entsprechen würde.

Übereinstimmend heißt es bei IGC und USDA, dass die Erzeugung Rekordwerte erreicht. Im Gegensatz zu früheren Jahren wächst jedoch der Verbrauch ebenso schnell. Damit entstehen aus heutiger Sicht keine drückenden Überschüsse. Gleichwohl sind die Weizenbestände reichlich. Der IGC weist allerdings darauf hin, dass ein Großteil davon in China liegt. Diese Weizenreserven sind nicht für den Weltmarkt zu mobilisieren. (db)
stats