IGC erwartet Getreideknappheit


Kräftig nach unten revidiert der Internationale Getreiderat (IGC) seine Erwartung an die globale Maisernte. Die Bilanzen werden immer enger. Vor allem wegen der Trockenheit in den USA hat der IGC innerhalb eines Monats 53 Mio. t Mais abgeschrieben. Damit fällt die globale Maisernte aus heutiger Sicht mit 864 Mio. t niedriger aus als im Vorjahr. Bislang war in alle internationalen Prognosen noch ein Anstieg ausgewiesen.

Konsequenz ist, dass bei anhaltend hoher Maisnachfrage die Vorräte auf ein Minimum schrumpfen. Der IGC weist rechnet zum Ende der Saison 2012/13 nur mit 115 Mio. t. So knapp war Mais seit sechs Jahren nicht mehr. Als sicher gilt nach Einschätzung des IGC, dass die Maisverfütterung in der laufenden Saison nur geringfügig steigen wird, aber der Einsatz zur Ethanolherstellung Federn lassen muss.

Die Aussichten für Weizen haben sich stabilisiert. Unverändert rechnet der IGC 2012/13 mit einer globalen Erzeugung von 665 Mio. t Weizen. Doch hier gilt wie für Mais: Die Ernte reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken. Der Bestandsabbau ist in der Weizenbilanz ebenfalls ausgeprägt. Der IGC rechnet zum Ende der Saison mit Vorräten von 183 Mio. t Weizen. Das wäre der niedrigste Stand seit vier Jahren.
 
Der Ausblick für die gesamte Getreideversorgung hat sich nach dem Urteil des IGC „dramatisch" gegenüber dem Vormonat eingetrübt. Zusammen treffen wesentlich geringere Ernteerwartungen für die USA mit Einbußen am Schwarzen Meer. Die gesamte Getreideerzeugung (ohne Reis) 2012/13 schätzt der Getreiderat auf rund 1,81 Mrd. t und damit um 2 Prozent kleiner als in der vorangegangenen Saison. Die globalen Getreidevorräte könnten um 29 Mio. t abgebaut werden, wobei jeweils rund die Hälfte auf das Konto Mais und Weizen geht. (db)
stats