IGC präsentiert pessimistisches Zahlenwerk


Der Internationale Getreiderat rechnet mit einer sehr engen Versorgungsbilanz im Wirtschaftsjahr 2012/13. Die Londoner sind deutlich pessimistischer als das USDA.

Der Internationale Getreiderat (IGC) in London hat am Freitagabend in seiner neuesten Prognose zu Angebot und Nachfrage 2012/13 bei Getreide und Ölsaaten weltweit kräftig den Rotstift angesetzt. Er bildete damit das Schlusslicht an einem Tag der bullischen Prognosen.

Auf 657 Mio. t schätzt der IGC die weltweite Weizenproduktion im laufenden Wirtschaftsjahr. Das entspricht einer Abwärtskorrektur um 5 Mio. t gegenüber der Vormonatsschätzung. Die Londoner sind damit skeptischer als das US-Agrarministerium USDA, das die globale Weizenernte zuletzt auf 658,7 Mio. t taxierte. Die Endbestände 2012/13 senkte der IGC auf Monatssicht um 5 Mio. t auf 175 Mio. t. Das USDA hatte in seinem September-Bericht noch 1,7 Mio. t mehr in Aussicht gestellt.

Die Maisernte prognostiziert der Internationale Getreiderat aktuell auf 833 (Vormonat: 838) Mio. t und damit deutlich schwächer als das USDA mit 841 Mio. t. Vor allem bei der Produktion in der EU setzen die Londoner Schätzer den Rotstift an und senken die Ernteschätzung um 4,9 Mio. t gegenüber dem Vormonat auf 55 (Vorjahr: 65) Mio. t. Die weltweiten Endbestände an Mais sollen auf 118 (120) Mio. t abschmelzen. Auch hier ist der IGC deutlich pessimistischer als das USDA mit 124 Mio. t.

Die weltweiten Raps- und Sojaernten veranschlagt der IGC auf 256 beziehungsweise 60,6 Mio. t. Trotz einer Produktion, die in etwa das Vorjahresniveau erreicht, sollen die weltweiten Endbestände an Raps deutlich kleiner ausfallen als 2011/12, da auch das Handelsvolumen steigen werde.

Wenige Stunden vor Veröffentlichung der Zahlen des IGC hatte das USDA in seinem vierteljährlichen Lagerstandsbericht eine unerwartet niedrige Zahl zu den US-Maisvorräten in Aussicht gestellt. Der Europäische Dachverband des Getreidehandels Coceral hatte zuvor seine Prognose für die EU-Getreideernte drastisch nach unten gesetzt.

Mahlweizen an der Matif in Paris ging mit einem Plus von 7,5 €/t aus dem Freitagshandel. Die Rapssaat-Futures konnten zu Ende einer für sie sehr schwachen Woche immerhin gut 6 €/t nach oben klettern. Auch in Chicago zeigten sich Mais, Weizen und Sojabohnen zum Ende der Vorwoche wieder deutlich fester. (pio)
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