Viel los auf der IGW 2017: Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW), Agrarminister Christian Schmidt, DBV-Präsident Joachim Rukwied und Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin (v.l.n.r.)
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Viel los auf der IGW 2017: Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW), Agrarminister Christian Schmidt, DBV-Präsident Joachim Rukwied und Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin (v.l.n.r.)

Beim Veranstalter der Internationalen Grünen Woche (IGW), der Messe Berlin GmbH, überschlagen sich die Superlative förmlich. Noch nie sei eine Grüne Woche agrarpolitisch so bedeutend gewesen wie die diesjähirge, die IGW 2017. Noch nie seien so viele Minister auf der Grünen Woche gewesen. Überhaupt: Keine andere Messe auf der Welt habe bislang so viele Ressortleiter und Minister als Besucher verzeichnen können. Dazu kämen hochzufriedene Aussteller und Besucher.

Die Gründe für diese Höchststufen liegen nah. Besucher und Aussteller hatten viele kontroverse Themen zu diskutieren. Sei es Tierwohl, sei es Gentechnik. Eine gute Möglichkeit für Politiker und Verbände, sich zu positionieren und Menschen, ein großes Publikum, zu erreichen.

Steigendes Informationsbedürfnis
Der Kundendialog über Internet und Social-Media-Kanäle ist für Unternehmen von immer größerer Bedeutung. Eine Umfrage von BVE und AFC in der Branche zeigt, dass 90 Prozent der Unternehmen eine Zunahme der Verbraucheranfragen feststellen. Eine wichtige Rolle im Kundendialog spielen bereits heute, vor allem aber auch in der Zukunft, das Internet und die Social-Media-Kanäle. Pro Tag erhalten 51 Prozent der Unternehmen zwischen ein und zehn Anfragen, 14 Prozent sogar mehr als 50. Knapp 40 Prozent der Lebensmittelhersteller beantworten Kundenanfragen innerhalb von 24 Stunden, 56 Prozent innerhalb von drei Tagen. Die häufigsten Fragen erreichen Unternehmen zu Qualitätsunterschieden, Kennzeichnung und Verpackung. In Zukunft erwartet die Mehrzahl der Unternehmen vermehrt Fragen zum Thema "Nachhaltigkeit".

Die Grüne Woche als Testmarkt

Für Aussteller hat die IGW noch eine weitere Ebene, die sie ebenfalls grundsätzlich positiv bewerten. Sie nutzen die Messe als Testmarkt. Dreiviertel der Besucher sind Verbraucher, die an den vielen Ständen probieren und sogleich ihre Meinung kundtun können. Daher vermeldet die Messe "hochzufriedene Aussteller und Besucher".

Einen Trend sieht man beim Veranstalter Messe Berlin: Der Verbraucher werde zunehmend kritischer. Das ist etwas, das einigen Betrieben besonders in die Hände spielt. „Bio-Lebensmitteln sind gefragt", heißt es beim Verein Bioland. Das zeigten die Besuchermassen in der Bio-Halle. Auch hätten sich deutlich mehr Landwirte als in den vergangenen Jahren konkret zu einer Umstellung auf Biolandbau beraten lassen.

"Verbraucher und Bauern stellen so gemeinsam die Weichen für mehr Bio“, zieht Jan Plagge, Präsident von Bioland, zum Abschlusswochenende der weltgrößten Messe für Ernährung und Landwirtschaft Fazit. Bioland-Bauern bewirtschaften nach Angaben des Vereins mehr als 340.000 Hektar Fläche. Das entspricht einem Plus von 38.560 Hektar und damit 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (got)
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