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Das interaktive Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) steht inhaltlich wie finanziell auf soliden Beinen und wird auch künftig weiter entwickelt werden. Diese Bilanz zog Dr. Bernd Böhmer, Leiter des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und ISIP-Fachbeiratsvorsitzender, nach fünf Jahren Aufbauarbeit gestern in Osnabrück vor der Presse. "Wir müssen jetzt vor allem in der Landwirtschaft ankommen und dort die Akzeptanz für ISIP erhöhen", sagte Böhmer. Derzeit werde das System, das sich als Ergänzung zur Länderberatung versteht, von 12.000 Abonnenten genutzt. Ziel sei aber nach wie vor ein bundesweites System. Zwar konnten in den vergangenen Jahren einige der neuen Bundesländer als Teilnehmer gewonnen werden, aber Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern haben sich dieser Plattform noch nicht angeschlossen.

Der Aufbau von ISIP, das 2001 ins Leben gerufen wurde, wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, mit 2,5 Mio. EUR für 5 Jahre gefördert, wobei die beteiligten Länder noch einmal die gleiche Summe einbringen mussten. Die weitere Finanzierung zur Fortentwicklung von ISIP sieht Böhmer gesichert. Und Ideen zur Weiterentwicklung gibt es reichlich. Derzeit bietet ISIP interaktiv Landwirten und Beratern Entscheidungshilfen über Prognosemodelle und Felderhebungen für verschiedene Krankheiten und Schädlinge in Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Winterraps, Zwiebeln und Grünland, Standardempfehlungen, regionale Nachrichten sowie ausführliche Wetterprognosen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst. Demnächst wird ein Prognosemodell zur Sclerotinia-Bekämpfung in Winterraps, Informationen zur Risikoabschätzung des Pflanzenschutzmitteleintrages in Gewässer und zur Unkrautbekämpfung in Raps und Getreide zur Verfügung stehen. Für 2006 sind eine Datenbank zur Sortenwahl, Hilfen zur Optimierung der N-Düngung sowie über die Stickstofffixierleistung und N-Flächenbilanz von Leguminosen im Ökolandbau geplant. (AW)

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