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Widerstand gegen die zunehmende Nutzung von Agrarflächen zur Erzeugung von Bioenergie formiert sich in der deutschen Landwirtschaft. Es müsse unbedingt zwischen blindem Aktionismus und sinnvollen und realistischen Alternativen differenziert werden, fordert Detlef Breuer, Geschäftsführer ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands. Bei einer Anhörung der FDP-Bundestagsfraktion, die heute zum Thema Wettbewerb um die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in Berlin stattfand, sprach sich Breuer grundsätzlich für eine nachhaltigen Nutzung der Bioenergie aus. Dazu gehört für ihn Geothermie in Island, Sonnenenergie in Spanien und Windenergie an den deutschen Küsten. Dagegen betrachtet er es kritisch, wenn nachwachwachsende Rohstoffe zur energetischen Nutzung der Veredlungswirtschaft die Flächen entzieht.

Breuer weist darauf hin, dass die spezialisierten, zukunftsfähigen Schweinehalter in den Veredlungsregionen es in den vergangenen Jahrzehnten ohne Subventionen geschafft hätten, international wettbewerbsfähig zu sein. Ihnen bereite jetzt aber das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) große Probleme. Denn hier werde mit Subventionen von etwa 2,5 Mrd. Euro ein künstlicher Markt geschaffen, der Flächen verknappe und Futterkosten in die Höhe treibe. In den Veredlungsgebieten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg seien Konflikte geradezu vorprogrammiert. Die ISN fordert deswegen, die Subventionen im EEG deutlich zu verringern. Außerdem sei so schnell wie möglich EU-weit die Flächenstillegung abzuschaffen. (ED)

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