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Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland e.V. (ISN), Damme, äußert ihr Unverständnis über die Haltung des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner. Sonnleitner habe sich kürzlich in einem Interview mit dem Münchner Merkur dafür ausgesprochen, Tiere nur bis zum nächsten Schlachthof zu transportieren. Der nächste Schlachthof müsste nicht der tierschutzgerechteste sein. Vielmehr würden Investitionen in eine tierschutzgerechte Schlachtung verhindert, da lediglich die Entfernung eine Rolle spiele. Die Transportdauer habe nur eingeschränkt etwas mit Tierschutz zu tun, denn bei optimal ausgestatten Fahrzeugen wirke die Transportzeit stressabbauend, was den Verladestress betreffe. Die Fleischqualität sei nachweisbar besser. Durch die starke regionale Begrenzung auf den nächsten Schlachthof würden Monopole am Schlachtschweinemarkt entstehen, die den Wettbewerb ausschalten würden. Schweinefleisch als eines der wenigen, letzten nicht von der EU verwalteten Produkte, würde zu einem staatlich reglementierten Produkt. Volkswirtschaftlich sei diese Entwicklung mit immensen Kosten verbunden. Die ISN fordert den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes auf, im Sinne einer praxis- und sachgerechten Bewertung seine Position zu überdenken. (ED)
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