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Eine Resistenzentwicklung bei humanpathogenen Pilzen durch den Einsatz von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen aus der Gruppe der Azole in der Landwirtschaft sei praktisch unmöglich, teilt der Industrieverband Agrar (IVA), Frankfurt a. M., mit. Damit reagiert der Verband auf das am 10. Oktober ausgestrahlte ZDF-Magazin "Frontal", in dem der Mannheimer Mykologe Prof. Herbert Hof seine Besorgnis äußerte, in der Humanmedizin angewandte Azol-Präparate könnten wirkungslos werden, wenn gleichzeitig Azole in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Bei der Behandlung von Pilzkrankheiten des Menschen spielen Wirkstoffe aus der chemischen Gruppe der Azole eine herausragende Rolle. Aus derselben Substanzfamilie stammen viele Fungizide für den Pflanzenschutz. Laut IVA haben die Hersteller von Azol-Fungiziden Professor Hof angeboten, seine Hypothese, die bislang durch wissenschaftliche Untersuchungen nicht untermauert sei, in einem Expertengespräch zu prüfen.
Bei der Prüfung der Hypothese müsse insbesondere berücksichtigt werden, dass die Gruppe der Azole eine Vielzahl unterschiedlicher Substanzen umfasst, erläutert der IVA. Für den Pflanzenschutz seien derzeit in Deutschland rund 25 verschiedene Azol-Verbindungen zugelassen. In der Medizin werden wiederum andere Wirkstoffe aus dieser Gruppe verwendet. Schon bei der Forschung und Entwicklung neuer Azolwirkstoffe werde zwischen Stoffen für die Medizin und solchen für den Pflanzenschutz unterschieden. Die Wirkstoffe für den Pflanzenschutz seien generell deutlich weniger bioverfügbar als die Substanzen, die in der Medizin eingesetzt werden.
Auch das Pilzspektrum an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen unterscheide sich deutlich vom Erregerspektrum in der Medizin. Pilze, die den Menschen befallen, benötigen nahezu immer andere Lebensbedingungen als solche, die Pflanzen befallen. (ED)
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