Bio versus konventionell

IVA-Studie kalkuliert Ertragsrückgang


Der Industrieverband Agrar (IVA) unterstreicht die Vorteile konventioneller Landwirtschaft gegenüber den ökologischen Varianten. Die Argumente stammen aus einer Studie, die im Auftrag des IVA erstellt worden ist. Darin weist das Humboldt Forum for Food and Agriculture (HFFA) nach, dass das Ertragsniveau des ökologischen Landbaus in Deutschland im Vergleich zum konventionellen Anbau weiter zurückgegangen ist.

Beratung aus Berlin
Das Humboldt Forum for Food and Agriculture e. V. (HFFA) ist eine private Initiative, die sich als Forschungs- und Beratungsgesellschaft für globale Agrar- und Ernährungsthemen versteht. Präsident ist Prof. Harald von Witzke, der Agrarökonomie an der Berliner Humboldt-Universität lehrt. Für bezahlte Auftragsforschungen ist 2014 die HFFA Research GmbH unter Geschäftsführer Dr. Steffen Noleppa gegründet worden. (az)

Weizenerträge fallen zurück

Der IVA, der die Studie zur Grünen Woche in Berlin ausführlich präsentieren will, stellte am Mittwoch die Eckpunkte vor. So hätten Bio-Landwirte in den drei Erntejahren 2008 bis 2010 auf vergleichbaren Flächen noch durchschnittlich 45 Prozent der Weizenerträge ihrer konventionell wirtschaftenden Kollegen erzielt. In den Erntejahren 2011 bis 2013 waren dann durchschnittlich nur noch 43 Prozent, zitiert der IVA aus der Studie. Die gleiche Tendenz errechneten die Wissenschaftler des HFFA bei Gerste und Raps.

Höherer Flächenanspruch im Ökolandbau

„In der Diskussion um die Landwirtschaft der Zukunft bleibt der Aspekt der Flächeneffizienz oft unterrepräsentiert. Wenn ein Anbauverfahren nur den halben Ertrag bringt, benötigt dieses Verfahren im Umkehrschluss die doppelte Ackerfläche zur Produktion der gleichen Menge Erntegut. Es ist daher unerlässlich, die Ertragsdimension stärker zu beleuchten“, kommentiert der Geschäftsführer der HFFA Research GmbH, Dr. Steffen Noleppa.

Die Datengrundlage für die Studie lieferte das Testbetriebsnetz des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Dieses erhebt und vergleicht repräsentative Daten von Betrieben beider Bewirtschaftungsformen unter ähnlichen Bedingungen (unter anderem Betriebsgröße, Standort). (az)
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