IVA kritisiert methodische Mängel


Gravierende Defizite bemängelt der Industrieverband Agrar (IVA) an einer Studie der Universität Koblenz-Landau. Diese hatte kürzlich das EU-Zulassungsverfahren für Insektizide kritisiert.

Der IVA wehrt sich. Er stellt in der Landauer Studie „gravierende inhaltliche und methodische Defizite" fest. Außerdem kritisiert der Verband den Umweltwissenschaftler Ralf Schulz für seine, so der IVA, „sensationsheischende Vermarktung" der Studie.

Die Wissenschaftler hatten das mathematische Prognose-Modell, auf dem die EU-Zulassung von Pflanzenschutz-Wirkstoffen beruht, für untauglich erklärt. Der IVA kontert, dass die Studie der Landauer Wissenschaftler begrenzte Relevanz für die europäische Landwirtschaft aufweise. Sie basiere überwiegend auf Messungen aus anderen Weltregionen. Eigene Gewässerproben hätten die Forscher, anders als in manchen Medien berichtet, auch nicht genommen.

Außerdem seien viele der untersuchten Wirkstoffe in Deutschland nicht oder nicht mehr zugelassen. Schließlich hätten, so die IVA-Kritik weiter, die Anwendungsbedingungen in mindestens einer der fünf deutschen Feldstudien nicht den Normalfall der deutschen Landwirtschaft abgebildet.

„Angesichts dieser zahlreichen methodischen Mängel hat sich Professor Schulz mit seinen weitreichenden politischen Forderungen vergaloppiert", kommentiert IVA-Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler. Jetzt sei es Aufgabe der Zulassungsbehörden und ihrer unabhängigen Wissenschaftler, die Studie zu bewerten und zu prüfen. (db)
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