In den vergangenen zehn Jahren stieg das Handelsvolumen an Bioprodukten in Deutschland um 127 Prozent, der Flächenanteil des Ökologischen Landbaus dagegen nur um 47 Prozent. Ein großer Teil der Nachfrage werde demnach durch Importe abgedeckt, so das Ergebnis einer Studie der Universität Bonn, die im Auftrag der Partei Bündnis 90 / Die Grünen durchgeführt wurde.

Studie der Uni Bonn
Marktanteil im Segment Bio-Lebensmittel - Folgen und Folgerungen.
Und der Import betrifft nicht nur die Waren, die nur aus dem Ausland zu beziehen sind wie Bananen oder Mango. „Zahlreiche Produkte, die potentiell im Inland produziert werden können, werden aus dem europäischen Ausland für den deutschen Markt importiert“, heißt es dort.

Zum Beispiel werden 28 Prozent der Öko-Kartoffeln, die hierzulande zu kaufen sind, aus Österreich, Israel oder Ägypten importiert. 50 bis 60 Prozent der Bio-Äpfel finden ihren Weg in deutsche Warenkörbe über Italien, Österreich oder Argentinien und 30 Prozent der Öko-Eier kommen aus den Niederlanden oder Italien zu uns.

Importe seien aber häufig „mit längeren Transportwegen verbunden, die die ökologische Vorzüglichkeit von Bio-Anbau ökobilanziell deutlich mindern können“, befürchten die Forscher.

Deshalb fordert Cornelia Behm, Berichterstatterin für Ökolandbau der Grünen anlässlich der Vorstellung der Studie, „die Bedingungen für die nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung und Tierhaltung zu verbessern.“ Gemeinsam mit anderen agrarpolitischen Grünen hat sie einen "Aktionsplan für den Ökolandbau" verfasst. (hed)
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