Die deutsche Biokraftstoffbranche spricht sich für ein Importverbot von Biosprit aus. Auf diese Weise könnte die Klimabilanz der umstrittenen Kraftstoffe verbessert werden.

Der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Elmar Baumann, verlangt von der EU-Kommission, „die Einfuhr von Rohstoffen und Biokraftstoff zu verbieten, wenn klar nachgewiesen ist, dass in den Herkunftsländern Waldschutzgesetze missachtet und wertvolle Biotope vernichtet werden." Nationale Regierungen, darunter auch die deutsche Politik, sollten das Vorhaben unterstützen, forderte Baumann gegenüber der Berliner Zeitung.

Ein Importverbot auf europäischer Ebene sei rechtlich möglich, wenn grundlegende Nachhaltigkeitsanforderungen in den Herkunftsländern missachtet werden. Als Beispiel nannte Baumann Indonesien. Dort fänden Brandrodungen statt, um zusätzliche Anbauflächen für Ölpalmplantagen zu schaffen.

Der VDB wehrt sich mit seiner Forderung gegen die anhaltende Kritik am ökologischen Nutzen von Biokraftstoffen. Laut dem Verband schneiden die europäischen Biosprit-Hersteller nur deshalb schlecht ab, weil Urwaldrodungen in Ländern wie Indonesien in die Treibhausgasbilanz von hierzulande produziertem Biosprit hineingerechnet würden. 

Die EU-Kommission hatte kürzlich beschlossen, dass in Zukunft höchstens fünf Prozent des Spritbedarfs aus Biokraftstoffen der ersten Generation stammen dürfen. Ab 2020 soll die staatliche Förderung von Biosprit vollständig eingestellt werden. (sch)

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