1

In Polen haben bisher lediglich 57.000 Bauern Anträge auf EU-Direktförderungen gestellt. Das sind nur 0,3% aller polnischen Landwirte. Wie das Agrarische Informationszentrum (AIZ), Wien, mitteilt, befürchtet die polnische Agentur für Restrukturierung und Modernisierung der Landwirtschaft, dass die von der EU zur Verfügung gestellten Mittel nicht ausgeschöpft werden und will deshalb in der kommenden Woche eine Werbekampagne starten. Beim EU-Gipfel in Kopenhagen im Dezember 2002 hatte die polnische Regierung Direktzahlungen für fast 2 Mio. Bauern gefordert. Brüssel hat für die polnischen Bauern 872 Mio. EUR reserviert und die Bundesregierung wollte weitere 660 Mio. EUR zur Verfügung stellen. Nun drohe Polen nicht nur der Verlust von EU-Fördergeldern, sondern auch eine internationale Blamage, zitiert das AIZ die Tageszeitung Gazeta Wyborcza.

Die polnischen Bauern haben pro Hektar Ackerland Anspruch auf Direktförderungen zwischen 44,46 EUR und 106,00 EUR. Das entspricht im Durchschnitt 55 Prozent der Förderungen, welche die Bauern in den "alten" EU-Ländern bekommen. Dafür müssen sie bis Mitte Juni entsprechende Anträge stellen, teilt das AIZ mit. Nachzügler bekommen eine Nachfrist bis Mitte Juli, verlieren aber mit jedem Tag Verspätung 1% der Fördersumme.

Ursprünglich hatten 1,3 Mio. Bauern ihr Interesse an EU-Direktzahlungen bekundet und spezielle Identifikationsnummern beantragt. Bisher haben aber nur 57.000 Landwirte Anträge abgegeben. Die Agentur für Restrukturierung und Modernisierung der Landwirtschaft startet deshalb am 17.05. eine Werbekampagne in Radio und Fernsehen, um die Bauern zur Abgabe von Förderanträgen zu bewegen. In den Gemeinden sollen kleine Büros eingerichtet werden, in denen die Bauern ihre Anträge abgeben können. (ED)

stats