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Ab Anfang Oktober will der Mineralölkonzern OMV in Österreich mineralischen Kraftstoff, dem Biodiesel beigemischt ist, anbieten. Nach der EU-Biokraftstoff-Richtlinie ist eine Beimischung von 2,5 Prozent Pflicht. OMV will 5 Prozent zumischen, weil sich damit der Aufwand verringere, teilt das Unternehmen weiter mit. Der Dieselverbrauch in Österreich beträgt jährlich etwa 6 Mio. t. Dementsprechend würden 300.000 t Biodiesel benötigt, wovon möglichst viel aus heimischer Erzeugung stammen soll. Dafür sei ein Anbau von Raps auf etwa 300.000 ha erforderlich, der aber nicht aus dem Inland gedeckt werden kann. Hierfür müsste sich der Anbau nahezu verzehnfachen. Zur Ernte 2005 sind lediglich gut 28.000 ha mit Raps bestellt worden. Zur Deckung des Bedarfs sind laut OMV bereits Lieferverträge mit österreichischen Biodieselherstellern unterzeichnet worden. Es sei dies insbesondere die Novaol Austria GmbH in Bruck/Leitha. Die deutsche Neckermann GmbH errichte eine Anlage in Enns und Biodiesel Vienna baue ein großes Werk in der Wiener Lobau. Bis dort die Produktion aufgenommen wird, was Mitte 2006 geplant ist, wird die OMV den Biodiesel aus Deutschland importieren. Mittelfristig aber könnten die drei genannten Hersteller den heimischen Bedarf decken.

Auch die Beimischung von 5 Prozent Bioethanol zu Benzin plant die OMV, sobald entsprechende Produktionskapazitäten am europäischen Markt aufgebaut sind. In Österreich wird dies im Oktober 2007 sein. Der Ethanolbedarf für Österreich wird ab diesem Zeitpunkt auf rund 120.000 t pro Jahr geschätzt. Bei Bioethanol könnte der heimische Bedarf auch im Inland gedeckt werden. Die Agrana werde im niederösterreichischen Pischelsdorf bei Tulln ein Werk mit einer Kapazität von 200.000 m3 bauen. Im Herbst 2007 solle dort die Produktion starten. Die OMV allein benötige als größter Kraftstoffhersteller des Landes etwa 60.000 bis 70.000 t Ethanol. (AIZ)

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