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Eine drastische Einschränkung des Rechtes zur Bereitung und Abgabe von Tierarzneien (Dispensierrecht) sei dringend nötig, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels. Dies mache der zurzeit diskutierte Missbrauch von Tierarzneimitteln deutlich. Der Minister kündigte eine entsprechende Bundesratsinitiative an. Zum Beispiel müsse die noch vorhandene Möglichkeit ersatzlos gestrichen werden, dass sich ein Tierarzt aus pharmakologisch wirksamen Rohstoffen selbst Arzneimittel herstellen darf. Auch sollten nur noch registrierte oder zugelassene Tierarzneimittel bezogen, gelagert und im Rahmen einer ordnungsgemäßen tierärztlichen Behandlung angewendet oder in dem für den konkreten Behandlungsschritt notwendigen Umfang abgegeben werden. Ferner müssen die "Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antimikrobiell wirksamen Tierarzneimitteln" rechtsverbindlich gemacht werden, so Bartels weiter. Deren Beachtung müsse mit in die Dokumentationspflichten nach der tierärztlichen Hausapotheken-Verordnung aufgenommen werden. Im Hinblick auf eine umfassende Neuregelung seien außerdem Eigenkontrollverpflichtungen der landwirtschaftlichen Betriebe zu schaffen. Dabei müsse ein von der zuständigen Überwachungsbehörde anerkannter Tierarzt eingebunden werden. (ED)
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