Tierwohl

Initiativen sollen mehr Breite bringen

Bereits zum Beginn des kommenden Jahres könnten grundsätzliche Vorbereitungen zur Umsetzung der Tierwohl-Initiative der Wirtschaft abgeschlossen sein. Dies zumindest ist das Ziel des Lebensmittelhandels, sagte Ralf-Thomas Reichrath, stellvertretender Geschäftsführer für den Bereich Qualitätswesen des Unternehmens Aldi Süd. Dies sage er stellvertretend für den gesamten der Initiative angeschlossenen Lebensmittelhandel, so Reichrath heute auf dem Veredelungstag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in Cloppenburg.

Es sei angestrebt, dass sich ab Dezember 2014 die ersten Betriebe für das Verfahren anmelden können, ergänzte Dr. Alexander Hinrichs von der eigens für die Initiative gegründeten Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH, Bonn. Es sei geplant, ab Januar die ersten Audits auf teilnehmenden Betrieb durchzuführen.

Grundsätzlich soll die Initiative Tierwohl der Wirtschaft für einen Schub in der Tierschutzdebatte und auch in der Kommunikation mit dem Verbraucher sorgen, betonten beide Referenten. Bisher spiele nach höheren Tierwohlstandards erzeugtes Fleisch im Lebensmittelhandel praktisch keine Rolle.

Auch die Staatssekretärin im Bundesagrarministerium Dr. Maria Flachsbarth äußerte in Cloppenburg, das beispielsweise das nach Vorgaben des Labels des Deutschen Tierschutzbundes (DTB) angebotene Fleisch auf einen Marktanteil von maximal 1 bis 2 Prozent komme.

Daher sehe sich auch Bundesagrarminister Schmidt gefordert, dem Tierschutz einen höheren Stellenwert zu geben. Diesem Ziel diene die kürzlich von seinem Ministerium vorgestellte Initiative "Eine Frage der Haltung". Sie sehe darin eine positive Ergänzung der von der Wirtschaft bereits beschlossenen. (jst)
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