Kooperation

Innovationsvertrag für gesunde Kühe


Das Unternehmen aus Leverkusen und die Vermarktungsgesellschaft der kanadischen Université de Sherbrooke wollen mit den Impfstoff Milchviehbestände vor einer bakterielle Euterentzündung (Mastitis) schützen. Mastitis ist eine komplexe und ansteckende Krankheit, die hohe Kosten in Milchviehbetrieben weltweit verursacht.

"Laut Schätzungen belaufen sich die Einbußen durch Mastitis in Nordamerika auf bis zu 2,4 Milliarden US-Dollar jährlich. Das entspricht rund 11 Prozent der gesamten Milchproduktion von mehr als zehn Millionen Kühen", erläutert Professor Jacques Beauvais, der als Vizerektor für Forschung, Innovation und Initiativen für Unternehmertum an der Université de Sherbrooke tätig ist. "Ein wirksamer Impfstoff, der Milchkühe vor dem Mastitis-Erreger S. aureus schützt, wäre für Milchviehhalter weltweit eine willkommene Verbesserung."

Ganze Bestände gefährdet

Die Krankheit ist in Milchviehbeständen sehr verbreitet, wobei 10 bis 15 Prozent aller klinischen Mastitis-Infektionen auf den Erreger S. aureus zurückzuführen sind. Eine Mastitis wirkt sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Milchkuh aus und führt zu einer verminderten Milchleistung, einer geringeren Milchqualität sowie zu einer intensiveren tierärztlichen Versorgung und auch einem höheren Arbeitsaufwand. Die Krankheit kann den gesamten Milchviehbestand befallen und zu chronischen Erkrankungen führen, die sich kaum mehr mit Antibiotika allein behandeln lassen.

"Wir freuen uns mit Forschern der Université de Sherbrooke zusammenarbeiten und unsere Erfahrungen und Fachkenntnisse austauschen zu können, um die Tierärzte und Landwirte im Kampf gegen Mastitis zu unterstützen", erklärte Dr. Sabine Bongaerts, die den Bereich Drug Discovery bei Animal Health von Bayer leitet. Der Lizenzvertrag sieht vor, dass TransferTech die Technologie und das geistige Eigentum der Université de Sherbrooke beisteuert, während Bayer mit seiner Kompetenz die Entwicklung und Kommerzialisierung des neuartigen Impfstoffs voranbringt. Weitere Details wurden nicht veröffentlicht. (mrs)
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