Internationale Konferenz

Insekten als Futter

Als neuer Eiweißträger fasst die Futtermittelindustrie Insekten ins Auge. Die EU wird zurzeit größtenteils von Brasilien und Argentinien mit eiweißhaltigem Getreide und Ölsaaten versorgt. Diese Abhängigkeit mache europäische Tierhalter extrem verwundbar gegenüber Klimakatastrophen in Südamerika, warnt Paul Vantomme von der Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen auf der Tierernährungskonferenz in dieser Woche in Brüssel.

Branchensprecher machten auf Hindernisse in der Futtermittel-Gesetzgebung aufmerksam: Für Insekten gelten dieselben Fütterungsregeln wie für Vieh- und Geflügel. Es sei aber sinnlos Insekten mit speziell zugelassenem Futter zu versorgen, das man auch auf direktem Wege an Geflügel und Vieh verfüttern könne. Kostengünstiges Material, wie Gülle und Abfallprodukte aus Fisch oder Fleisch, sollten als Nahrungsgrundlage für Insekten zugelassen werden.

Die Ernährungssicherheit der EU hält Wolfgang Trunk, Leiter der EU-Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucher, hoch. Er bestehe auf einer soliden Risikoanalyse, bevor es zu Veränderungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen komme. Probleme mit BSE, Dioxinbelastungen und der Maul- und Klauenseuche (FMD) in der Vergangenheit seien Gründe für die Vorsicht. Die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung der Insekten und von Krankheiten, müsse bedacht werden.

Trunk stimme aber zu, dass die bestehende Rechtslage den Handlungsspielraum einschränke. Das Insektengeschäft lohne sich momentan noch nicht. Eine Risikoanalyse der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sei in Auftrag gegeben. Er erwartet, eine erste Tendenz Mitte 2015 zu erhalten. (has)
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